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Laufelder nach Flugzeugabsturz erleichtert: „Wir haben Riesenglück gehabt“

Laufelder nach Flugzeugabsturz erleichtert: „Wir haben Riesenglück gehabt“

Nur knapp neben der Gemeinde Laufeld stürzt ein amerikanischer Militärjet in ein Feld. Für die Bewohner des Ortes ist das ein riesiger Schreck. Gleichzeitig sind sie aber auch erleichtert, dass nicht mehr passiert ist.

"Ein Riesenknall", so beschreibt Andreas Otten aus Oberöfflingen seinen ersten Eindruck vom Absturz des amerikanischen Kampfjets. Otten war der Erste, der am Unfallort eintraf. Er sei gerade die L.60 aus Wallscheid kommend in Richtung Laufeld gefahren, als er einen gewaltigen Feuerball im Feld gesehen habe. Er habe direkt die Feuerwehr angerufen und sich zusammen mit anderen, die aus dem Dorf zur Unfallstelle gelaufen waren, auch um den verletzten Piloten gekümmert. Dieser habe über Schmerzen im Rücken und im Arm geklagt.

Einer der Ersten am Unglücksorte ist auch Ortsbürgermeister Karl-Josef Junk. "Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten", sagt Junk, der selbst bei der Bundeswehr ist. Der Pilot sei ansprechbar gewesen. Junk geht davon aus, dass er die Maschine so zu steuern versuchte, dass sie nicht im Dorf abstürzte.

Eine junge Frau aus Laufeld, die ihren Namen nicht nennen möchte, hat zu Hause, unweit der Unglücksstelle, den Absturz erlebt. Alles habe vibriert. "Es hat sich angefühlt wie ein Erdbeben", erzählt sie. Sie zeigt sich sehr erleichtert, dass nicht mehr passiert ist. "Wir sind froh, dass es dem Piloten gutgeht", sagt sie.

Sven Schleidweiler wohnt am anderen Ende des Ortes. Aber auch da hat er den Absturz mitbekommen. Er habe den Knall gehört und den Qualm gesehen. Nur etwa 30 Sekunden später sei die Sirene losgegangen.

"Damit hat hier keiner gerechnet", sagt eine junge Frau, die nur etwa 300 Meter von der Absturzstelle entfernt wohnt. Eine andere Frau erzählt, der Pilot habe die Maschine noch über dem Ort hochgezogen und so einen Absturz im Dorf selbst wohl verhindern können. "Wir sind froh, dass der Pilot so gut reagiert hat."

Nach ersten Befürchtungen, die Munition des Flugzeugs könne uranhaltig sein, gibt es später von Peter Gerhards, dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands, Entwarnung: Eine solche Gefahr bestehe nicht. "Wir haben so weit alles im Griff." Er ist Augenzeuge des Absturzes und damit sofort im Einsatz gewesen: "Die Maschine hat erst über Laufeld gewendet, dann ist sie hochgezogen und anschließend senkrecht runter. Erst gab es einen Knall, als der Pilot sich mit dem Schleudersitz rettete, dann einen noch stärkeren Knall und einen riesigen Feuerball."

Er berichtet weiter: "Seine erste Frage war, ob der Dorfbevölkerung etwas passiert sei, weil er nicht wusste, wo die Maschine runtergekommen ist. Dann hat er uns mitgeteilt, dass er Übungsmunition an Bord hatte." Der Verletzte sei etwa 30 Jahre alt, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Vermutlich habe er ein Wirbelsäulentrauma erlitten. Der Amerikaner sei sehr erleichtert gewesen, dass nichts Schlimmeres passiert ist. "Es ist wie damals bei dem Absturz in Oberkail. Wir haben ein Riesenglück gehabt", sagt Peter Gerhards.

Die Feuerwehr habe mittlerweile die Wiese mit der Militärpolizei aus Spangdahlem in einem Radius von rund 300 Metern um das Flugzeugwrack abgesperrt. Die Löscharbeiten dauern bis in den frühen Abend an. "Löschen und kühlen", so der Feuerwehrmann, sei das Wichtigste, da man noch nicht wisse, wie viel Munition noch explodieren könne.