Lautes Schiff raubt Anwohnern den Schlaf

Lautes Schiff raubt Anwohnern den Schlaf

Bernkasteler Bürger haben sich in der Nacht von Montag auf Dienstag bei der Polizei über den Lärm eines Kreuzfahrtschiffes beschwert. Doch die Behörden haben kaum Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.

Bernkastel-Kues. In der Nacht von Montag auf Dienstag hat der Bernkasteler Willi Maaß nur wenig geschlafen. Der Grund: "Ein Kreuzfahrtschiff hat abends gegen 23 Uhr am Moselufer der Stadt angelegt und wegen der Stromversorgung des Schiffes die ganze Nacht die Motoren laufen lassen", sagt Maaß. Mit einer App in seinem Smartphone hat er den Lärmpegel gemessen. 65 Dezibel hat das Gerät angezeigt. "Das war, als ob ein Panzer draußen gestanden hat", beschreibt er seine Eindrücke. Auch die Übernachtungsgäste seiner Pension, die er in der Schanzstraße betreibt, haben sich über den nächtlichen Lärm beschwert. Die von ihm noch nachts alarmierte Polizei sei auf das Schiff gekommen. Daraufhin sei die Motorenstärke etwas heruntergefahren worden. Doch nach kurzer Zeit sei das Schiff wieder so laut wie vorher gewesen. Maaß: "Gibt es gegen zu lauten Schiffslärm denn keine Handhabe?" Nein, sagt Gerd Michler, Dienststellenleiter der Wasserschutzpolizei Bernkastel-Kues. Denn die Schiffe verfügen über ein Attest der Schiff-Untersuchungskommission. Das sei vergleichbar mit einer Tüv-Plakette. "Damit ist das Schiff zugelassen und abgenommen und kann so betrieben werden", sagt er. Die Polizei habe das Schiff aufgesucht und die technischen Anlagen geprüft, ob diese den Vorschriften entsprechen. Dies sei der Fall gewesen. Deshalb hätten Behörden keine Handhabe, dagegen vorzugehen. Dies gilt auch dann, wenn wie in diesem Fall gleich drei Anwohner bei der Polizei den Lärm anzeigen. Zudem verfüge die Wasserschutzpolizei nicht über geeichte Messgeräte, um den Lärmpegel exakt zu ermitteln. "Die Mosel ist eine Wasserstraße, auf der Schifffahrt betrieben wird. Dazu gehören auch Hotelschiffe", sagt er. In Bernkastel-Kues sei es in diesem Jahr das erste Mal vorgekommen, dass sich Anwohner über zu lauten Schiffslärm beschwert hätten. Von der Reederei, die das Schiff betreibt, war wegen Auslandsaufenthalt des Verantwortlichen keine Stellungnahme zu erhalten. cst