LBM stellt Pläne für Ausbau der Cusanusstraße in Bernkastel-Kues vor

Verkehr : Mega-Projekt in der Cusanusstraße

Die Arbeiten an der Hauptverkehrsstraße in Kues werden voraussichtlich bis ins Jahr 2023 reichen. Kostenpunkt: 6,2 Millionen Euro. Heute werden die Pläne in der Güterhalle vorgestellt.

Es ist ein saurer Drops, der aber gelutscht werden muss: Die Cusanus­straße in Bernkastel-Kues muss in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Das Kanalsystem und die Leitungen sind veraltet, die Fahrbahn ist voller Schlaglöcher. Dazu muss die Straße im Abschnitt von der Einmündung Triniusstraße bis zur Brüningstraße/Schulzentrum/Lidl in mehreren Etappen gesperrt werden.

Das wird sich auch auf den Berufsverkehr auswirken, denn bis zur Fertigstellung des Hochmoselübergangs ist sie die Hauptverbindungsstraße für Pendler zwischen Wittlich und dem Hunsrück: 12 273 Autos fahren dort täglich entlang, wie Volker Bohr vom Landesbetrieb Mobilität in der Stadtratssitzung am Montagabend erläuterte.

Stadtbürgermeister Wolfgang Port sagte: „Die Beschwerden der Anwohner über Schlaglöcher, überhöhte Geschwindigkeit und schwieriges Überqueren sind seit langem bekannt. Am Anfang ging es nur um den Ausbau der Straße, dann schalteten sich die Werke der Verbandsgemeinde ein und stellten fest, dass viele Kanäle neu gemacht werden müssen. Das Projekt nahm einen Umfang an, dass es mir auch unheimlich wurde. Wir werden das Projekt so absichern, dass nur der kleinstmögliche Schaden auftreten kann.“

Konkret geht es um einen knappen Kilometer Straße mit einer durchschnittlichen Breite von 6,50 Metern, deren Ausbau voraussichtlich 6,2 Millionen Euro betragen wird – die Kosten teilen sich das Land (für die Straße), die VG-Werke (Kanäle) und die Stadt (Gehwege und Straßenbeleuchtung). Umgerechnet 6200 Euro für einen Meter Straße. Wie kommt diese Summe zustande?

Wie die Verbandsgemeindewerke mitteilen, müssen 90 Prozent der Hausanschlüsse erneuert werden, die Kanäle stammen aus den 1960er und teilweise sogar aus den 1930er Jahren, sind also veraltet und haben noch kein Trennsystem, das Schmutzwasser und Regenwasser getrennt ableitet, wie es heute Standard ist.

Außerdem liegen die Kanäle bis zu fünf Meter tief. Insgesamt also eine zeitaufwändige Baumaßnahme. Im Bereich Kreisel/Triniusstraße soll mit dem sogenannten Rohrvortrieb gearbeitet werden, bei dem eine Pressgrube angelegt wird, von der aus Rohre unterirdisch vorgepresst werden.

Wie der Landesbetrieb Mobilität  mitteilt, wird die Baumaßnahme von der Triniusstraße bis zum Lidl in insgesamt acht Bauabschnitte unterteilt, für die jeweils Umleitungen ausgeschildert werden.

Wann geht es los? Mario Maximini vom LBM erklärt: „Ziel ist es, im Frühjahr einen endgültigen Bescheid vom Rat zu erhalten. Bis 2020 wollen wir das Baurecht und die Zuschüsse haben.“ Dabei sei der erste Bauabschnitt an der Triniusstraße/Kreuzung Saarallee ausgeklammert, mit dem bereits im Herbst 2019 begonnen werden soll. Es folgen der Abschnitt Saarallee/Kreisverkehr Brücke, Kreisverkehr Brücke/Brückenkopf, Kreisverkehr Brücke/Stiftsweg, Stiftsweg/Kreisverkehr Arndtstraße, Kreisverkehr Arndtstraße/Sparkasse, Sparkasse/Lidl und zuletzt Lidl/Kreuzung Schulzentrum. Im Sommer 2023 soll die Baumaßnahme beendet sein. Inwieweit ein von vielen Anwohnern gewünschter Fußgängerüberweg auf der Höhe des Aldi-Marktes möglich ist, soll in der Planung geprüft werden.

Stadtbürgermeister Wolfgang Port erinnerte auch daran, die Ampelanlage am Schulzentrum zu überprüfen, da sie sogar nachts aktiv ist und offenbar nur eine Zeitschaltung hat. Frank Hoffmann, Stadtrat und Vorsitzender des Gewerbevereins wies darauf hin, dass die Betriebe in der Straße mit bis zu 25 Prozent Umsatzeinbußen rechnen müssten.

Port sagte: „Mit Blick auf die Gewerbetreibenden ist das nicht ohne. Wir reden von einer Zeit, die an die Substanz und an die Duldungsfähigkeit unserer Bürger geht. Ich bin ratlos, aber es gibt sonst keine andere Möglichkeit.“

Heute Abend, um 18 Uhr, wird das Projekt in der Güterhalle (Friedrichstraße) in Bernkastel-Kues der Öffentlichkeit vorgestellt.

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