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Geschichte: Leben in Deuselbach früher und heute

Geschichte : Leben in Deuselbach früher und heute

Der Thalfanger Heimatforscher Reinhold Anton hat den Deuselbachern die neue Chronik ihres Heimatdorfes vorgestellt. Das Dorf hat in den vergangenen 70 Jahren ein anderes Gesicht bekommen.

Wie war es früher in meinem Ort, und wie ist die Geschichte meiner Gemeinde? Immer mehr Menschen fragen nach der Historie der Region, in der sie leben, und finden Antworten in einer Ortschronik. Jetzt können auch die Deuselbacher Rückschau halten auf die Geschichte ihres Dorfes. Denn in den vergangenen 18 Monaten hat der Thalfanger Heimatforscher Reinhold Anton unter dem Titel „Deuselbach  am Fuße des Erbeskopfes im Wandel der Zeit“ umfangreiche Werke erstellt, in denen die Historie des Dorfes dargestellt wird.

Rund hundert Interessierte sind zur Vorstellung der Ortschronik ins Haus des Gastes gekommen. Da wäre zuerst die schriftliche und gebundene Form der Ortschronik zu nennen. Auf 640 Seiten hat Anton zahlreiche Informationen zusammengefasst, aus denen sich beispielsweise erkennen lässt, wie sich das Dorf und der Lebensbereich der Menschen in den vergangenen 60, 70 Jahren verändert haben. Das Dorf und  die Gebäude hätten ein anderes Gesicht bekommen, die Lebensbedingungen und der Umgang miteinander sich grundlegend gewandelt, sagt Anton. „Überall, wo man hinsieht: Nichts ist mehr so wie es vor 30, 40, 50 Jahren war“, sagt er. Anton erläutert dies am Beispiel der Landwirtschaft, die einst mit einfachsten Geräten betrieben wurde, bis Traktoren und Mähmaschinen die Arbeit  wesentlich erleichterten.

„Was vor 50 Jahren zahlreiche Hände (meist die ganze Familie) in mehr als zwei Wochen geschafft haben, erledigt heute eine Person mit modernen Maschinen in wenigen Stunden. Dazu ist die Ackerfläche wesentlich größer geworden“, sagt er.

Wichtige Einblicke in die Vergangenheit zeigen auch mehr als 3500 Fotos, die Anton bei seinen Recherchen von den Deuselbacher Bürgern erhalten und von denen er manche in mühseliger Kleinarbeit aufgearbeitet hat. Diese hat er mit 400 Textseiten auf einer DVD zusätzlich zusammengefasst.

Besonders mühsam bei der Recherche waren das Lesen der Deutschen Schrift, die bis 1815 geschrieben wurde, und der Sütterlinschrift (von 1917 bis 1941). In diesen Schriften seien die älteren erwähnten Dokumente geschrieben, sagt Anton. Leider sei die Schulchronik nicht mehr auffindbar, die in der Regel eine wahre Fundgrube für die Historie eines Dorfes sei. Ortsbürgermeister Klaus Hölzemer freut sich darüber, dass die Ortschronik in seiner Amtszeit entstanden ist. „In den kommenden 100 Jahren wird es wohl keine weitere geben“, sagt er. Er bedankt sich bei seinen Bürgern, die Anton beim Erstellen der Ortschronik tatkräftig unterstützt hätten.

„Die ersten Rückmeldungen von Käufern sind sehr positiv“, sagt er. Die Stellwände mit rund 100 Fotos, die bei der Präsentation gezeigt worden sind, bleiben bis auf weiteres im Haus des Gastes aufgebaut.

Die gesamten Kosten für die Ortschronik stehen noch nicht fest. Alleine der Druck der 350 aufgelegten Exemplare koste rund 8000 Euro, sagt er. Doch ist Hölzemer optimistisch, dass aufgrund von Spenden und den Verkaufserlösen für die Bücher die Gemeinde nichts draufzahlen muss.