Leben pur im Rasthof Remscheid

Servierpäpstin Irmgard Knüppel und Toilettenmann Gisbert Fleumes hatten in ihrer Raststätte Remscheid alle Hände voll zu tun. Bei der Eröffnungsveranstaltung zum Internationalen Frauentag ließen sich 300 Zuschauer vom Boulevard-Theater der beiden begeistern.

Traben-Trarbach. Süffisant haucht Gabi Weiss ihrer Kultfigur Irmgard Knüppel Leben ein. Langbeinig steht sie in einem stark eingelaufenen schwarzen Rock auf der Bühne. Die cremefarbene Bluse mit Plauener Spitze umspielt die zarte Silhouette der adretten Servierpäpstin. Dank ihres umwerfend trockenen Humors bietet sie gemeinsam mit ihrem kongenialen Partner Gisbert Fleumes (Rupert Schieche) als Deutschlands einzigstem Toilettier mit vollakademischem Abschluss tiefe Einblicke in nächtliches Raststätten-Geschehen.

Pointiert treffen die beiden den Nerv der Zeit. In ihrer imaginären Raststätte Remscheid treffen sie auf skurrile Gestalten. Darunter der Truckerfahrer mit mangelnder sozialer Kompetenz oder der ausgesetzte Ehemann Karl-Heinz. "Ehemann, so eine Anschaffung will doch gut überlegt sein", gibt sie zu bedenken und schildert sogleich, dass sie selbst zu nervös für die Ehe sei. "Aber bei Ihnen könnte ich schwach werden", schmachtet sie einen adrett gekleideten Herrn in der ersten Reihe an.

In schönstem Ruhrpottdeutsch gesteht sie, das sie auf Männer mit Anzug und Krawatte steht, so Bond-Typen halt. "Sie haben eine Testosteron-Ausstrahlung auf mich", sagt sie, "das können Sie sich gar nicht vorstellen." Charmant will sie ihren Fleumes eintauschen. "Meiner putzt Klos, macht Ihrer das auch?", bietet sie ihn feil.

Mit ihrer akzentuierten Komik spannen sie einen gegenseitigen Spannungsbogen mit zielsicherer Spontaneität.

"Die sind richtig gut, so natürlich", findet Gisela Retzlaff aus Traben-Trarbach, "und sie werden immer besser, je länger sie zusammen spielen."

Auch Jürgen Emmerich aus Wolf ist begeistert. "Es hat sich gelohnt, dieses Programm gegen die heiß geliebte Sportschau einzutauschen", gibt er zu.

Der Kabarettabend ist die Eröffnungsveranstaltung zum Internationalen Frauentag 2009. "Mir wäre es am allerliebsten, wir wären so integriert und brauchten keinen Frauentag mehr", sagt Stadtbürgermeisterin Heide Pönninghaus. "Aber wir sind so emanzipiert, dass wir die Männer heute schon wieder mitnehmen."