Leben wie vor Jahrhunderten

Rund 800 Besucher, dazu 80 kostümierte Akteure: Die Museumsnacht im Mittelmoselmuseum in Traben-Trarbach kam wieder gut an. Höhepunkt des Abends war ein historisches Hauskonzert und eine Aufführung von "Rotkäppchen".

Traben-Trarbach. (red) "Es war ein tolles Erlebnis, ein mit Leben ausgefülltes Museum zu besuchen. Weiterhin viel Erfolg mit dieser tollen Idee!" - Im Gästebuch des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach finden sich seit Samstag zahlreiche Einträge von begeisterten Besuchern der Museumsnacht.

Mehr als 800 Geschichtsfans aus aller Welt sind in das altehrwürdige Kaufmannshaus Böcking gekommen. Dort haben zum sechsten Mal rund 70 kostümierte Akteure die historischen Wohnräume des barocken Patrizierdomizils vier Stunden lang mit dem Leben vergangener Jahrhunderte erfüllt.

Vom Mittelalter bis ins Biedermeier



Ob Biedermeier- oder Rokokogruppe, mittelalterliche Burgfräulein, historische Winzer oder Hochzeitsgesellschaft, Stadtschröter oder Stadtgarde; ob als "Schlafmütze" oder Stadtschreiber, ob als Nachtwächter oder als Dienstmädchen in der Küche; ob am Frisiertisch, Webstuhl oder in der Schusterwerkstatt - die Museumsgäste erwartete in fast jedem Raum die Zeitreise in eine andere Epoche der Weltgeschichte.

Dabei ging es nicht um trockene Geschichtsvermittlung: Unter dem Dach des Museums wurde die "Fortsetzung" des Märchens vom Rotkäppchen präsentiert, wobei der Jäger zum ersten Mal auf die Bühne tritt und sich die Großmutter aus dem Bauch des Wolfes zu Wort meldet.

Für Hochkultur sorgte das Hauskonzert im Musiksalon mit Dietrich Wachsmuth (Flöte), Jürgen Kullmann (Klarinette) und Heiko Hansjosten (Piano). Hansjosten war als einziger Akteur des Abends nicht kostümiert - der Professor für Betriebswirtschaftslehre setzte sich gleich im Talar hinter den historischen Hammerflügel.

"Wir sind bemüht, in jedem Jahr etwas Neues hinzuzufügen", freute sich Christof Krieger über diese neuerliche Bereicherung des abendlichen Spektakels. Dass man mit insgesamt 835 Gästen die Besucherzahlen der Vorjahre dieses Mal nicht weiter überbieten konnte, ärgert den Museumsleiter nicht im geringsten. "Wir sind mit dieser Größenordnung ohnehin fast an unserer Kapazitätsgrenze angekommen", so der Organisator.

"Hat viel Spaß gemacht heute Abend! Ist eine schöne Idee", so schrieben zwei Besucher zweifellos stellvertretend für viele andere ins Gästebuch. "Wir kommen im nächsten Jahr wieder!"

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