Lebendige Mosel: Viele sollen mitmachen

Natur : Eine „Lebendige Mosel“ zum Mitmachen

Bürger, Vereine und Organisationen können sich im Mai kommenden Jahres mit Projekten zum Thema „Biodiversität“ einbringen.

Das Wort „Biodiversität“ ist derzeit in aller Munde. Mit dem Begriff wird die Vielfalt der Ökosysteme, die Vielfalt der Arten sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten beschrieben.

Aktualität hat das Thema bekommen, weil die Vielfalt der Insekten schwindet. Als mögliche Ursachen genannt werden der Einsatz von Pestiziden, Monokulturen in der Landwirtschaft und die geringe Anzahl von Hecken und Randstreifen auf Feldern. Aber auch Windkraftanlagen könnten für einen Teil des Insektensterbens verantwortlich sein.

An der Mosel steht das Thema „Biodiversität“ seit sechs Jahren im Mittelpunkt des Leitprojekts „Lebendige Moselweinberge“. Initiiert wurde es von der Regionalinitiative Mosel im Herbst 2013. Ziel ist es, die ökologischen Besonderheiten der Mosel-Kulturlandschaft besser zu vermitteln und damit den Wert der Landschaft den Einheimischen und Touristen deutlich zu machen.

Der Leiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel, Hubert Friedrich, sagt: „Letztlich geht es auch darum, höhere Preise für die Steillagenweine zu erzielen.“

Nachdem bereits zahlreiche Projekte wie zum Beispiel die Ausbildung von Natur- und Erlebnisbegleitern, die Auszeichnung von „Leuchtpunkten der Artenvielfalt“ und vier Mal die Tage der „lebendigen Moselweinberge“, jeweils am 23. Mai, veranstaltet wurden, ist für das kommende Jahr geplant, in einer „Woche der Biodiversität“ die Region als d i e Region der biologischen Vielfalt zu präsentieren.

Vorgesehen ist die Woche von Sonntag, 10. Mai, bis Sonntag, 17. Mai. Die Veranstaltungsreihe könnte mit einem ökumenischen Gottesdienst und Konzert eröffnet werden. Friedrich: „Das Thema berührt auch die Schöpfung und die Ehrfurcht vor dem Leben.“

In dieser Woche sollen sich möglichst viele Menschen und Organistionen wie Vereine, Schulen, Kindergärten, Volkshochschulen und Kommunen beteiligen. Gerade die Schulen, so Friedrich, könnten dazu einiges beitragen. Das DLR stellt sogar Lehrmaterial zur Verfügung. Konkrete Projekte könnten auch die Pflege von Biotopen, Ausstellungen zum Thema, der Bau von Insektenhotels durch Jugendgruppen, das Anlegen von Insektenweiden mit Wildblumen oder geführte Natur- und Kulturwanderungen sein. Friedrich: „Ich hoffe, dass sich möglichst viele Menschen dafür begeistern, sich mit Ideen einbringen und mitmachen.“

Konkret ansprechen will das DLR Mosel Weingüter, Gutsvereinigungen wie der VDP, der Bernkasteler Ring oder die Moseljünger, Biotopbetreuer, Naturschutzberater, Naturschutzbehörden, die Initiative Terroir Moselle mit Sitz in Grevenmacher (Luxemburg) und Partnerbetriebe Naturschutz.

Eine wichtige Rolle spielen nach Auffassung Friedrichs die Natur- und Erlebnisbegleiter. Inzwischen haben 120 Personen diese anspruchsvolle Weiterbildung absolviert.

Friedrich macht deutlich: „Das DLR bietet für die Woche ‚Lebendige Mosel’ die Plattform. Wir bringen einen Veranstaltungkatalog heraus, konzipieren den Internet-Auftritt und kümmern uns um die Pressearbeit.“

Zukünftig soll ein noch zu gründender Verein „Faszination Mosel“ Träger des Projekts sein.

Anmelden können sich Interessenten, die mit einer Idee dabei sein wollen, bis Ende Februar bei:

Martina Engelmann-Hermen, DLR Mosel, Telefon 06531/956156 oder bei Philipp Gossler, Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Telefon 06571/142262.

Mehr von Volksfreund