Lebendiges in alten Mauern

MARING-NOVIAND. Am Osterwochenende war im Maringer Künstlerhof der für dieses Jahr erste "Treffpunkt der Künste". Die rund 15 "ausLand"-Mitglieder bereicherten innen und außen die Ausstellung mit Musik, Gemälden und vielseitigem handwerklichem Können.

Unter dem Motto "Farbklang - Treffpunkt der Künste" hatte der Maringer Künstlerhof zur Eröffnung seiner dritten Saison eingeladen. Entsprechend war mit Farbe und Musik eine Vielzahl von Künsten in die alten, teils aus dem 16. Jahrhundert stammenden Mauern eingezogen - ein Stelldichein filigraner Figuren, Metallobjekte sowie Bildern und kreativer Möbel-Unikate. Der Künstlerhof-Besucher der ersten Stunde fand bei einem Rundgang durch das Gebäude und den Innenhof Geschätztes wieder und entdeckte Neues. Tischler Christian Baudner hatte seinen Objekten mit Schiefer-Elementen einen neuen Reiz verliehen. Darüber hinaus demonstrierte der Lampadener seine Kreativität mit Brettspielen, für die er verschiedene Materialien wie Kieselsteine verwendet. Passend zum Anlass präsentierte Ilona Klawitter ihre Elfen, Blumenkinder und märchenhaften Schnecken-Wesen mitten in modellierten und bemalten Gänse-Eiern. Die Künstlerin gibt mit ihren Figuren wie den Gemälden nach eigenen Worten "alles was irgendwie leicht und zierlich ist" wieder. Jacques Beautier verhilft hingegen mit Sand und Spachtelmasse seinen Gemälden zu einem unverkennbaren Aussehen. Vor allem, wenn der Trierer dazu als Untergrund nicht nur Leinwand, sondern zusätzlich den Anzeigenteil einer Zeitung wählt, dem er mit Acrylfarben zu bleibendem Glanz verhilft. Dass der Familienvater von Beruf Metzger ist, ist beim Betrachten der Werke des auf dem Pariser Montmartre geborenen Autodidakten nicht zu erkennen. So wie er fühlt sich auch Gertrud Pigulla in Farben zu Hause, was sie mit ihrem Gemälde "Manhattan bei Nacht" untermauert. Neben Acryl und Aquarell schätzt die Triererin das Spartanische und arbeitet bevorzugt mit Kohle und Pastellkreide, um ihren Aktzeichnungen Ausdruck zu verleihen. Arbeiten, die nach Einschätzung von Künstlerhof-Leiterin Ursel Sost die Weiterentwicklung der rund 15 Mitglieder des Vereins "ausLand" erkennen lassen. Der Verein setzt sich teils aus einem festen Stamm, teils aus Neuzugängen zusammen. Neben so prägnanten Objekten wie dem im Hof thronenden Kupferdrachen, dem Britta Rösler alljährlich die Wunden seiner sturmbedingten Stürze ausbessert, machen neue Ideen den Künstlerhof aus.Aufschlussreicher Aufenthalt für die Besucher

Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet Gitarrist Peter Reinnarth, der mit dem Ensemble "Gegenwind" und selbst geschriebenen und komponierten Liedern der Ausstellung den angemessenen musikalischen Rahmen verlieh. Für die Besucher erwies sich der Aufenthalt im Künstlerhof als aufschlussreich. "Hier vorne die Kupferarbeiten, drinnen Holz. Und die Häuser selbst sind auch schön hergerichtet", zeigte sich Norbert Blumenhofer beeindruckt. Der Urlauber aus Erkelenz schaute sich in aller Ruhe mit dem Kestener Franz-Josef Ferres, einem treuen Kunstinteressierten, auf dem Winzerhof in Alt-Maring um. Die beiden hatten vor allem für Britta Röslers Geschicklichkeit beim Kupfertreiben ein Auge. "Was mir besonders gut gefällt, sind die Arbeiten aus Holz", meinte Gerhard Greve-Dierfeld. Er fände es "wahnsinnig gut und schön", dass Hölzer wie Ahorn und Kirsche verarbeitet würden. "Holz zu fällen, ist eine Sache. Aber zu sehen, was damit passiert, eine andere." Der Maringer Künstlerhof hat bis Anfang Oktober samstags von 14 bis 19 sowie sonn- und feiertags von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Ausstellungs-Termine sind an Pfingsten (30. und 31. Mai), beim Wein- und Straßenfest Maring (30. Juli bis 31. August), am Tag der Deutschen Einheit und Erntedankfest (3. Oktober) und am zweiten Advent (5. Dezember). Informationen gibt Ursel Sost, Telefon 0175/4114778.