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Lebenshilfe Bernkastel-Kues kann weitermachen

Bernkastel-Kues : Lebenshilfe an der Mosel kann aufatmen

Lange Zeit stand ein Ferienheim in Bernkastel-Kues kurz vor dem Aus. Viel Geld für den Brandschutz hat gefehlt. Inzwischen wurden dank Sponsoren und der Aktion Mensch alle Auflagen erfüllt.

Um ein Haar hätte die Lebenshilfe in Bernkastel-Kues geschlossen werden müssen. „Bei uns war es vor zwei Jahren fünf vor zwölf,“ erinnert sich Inge Müller an diese Zeit.

Die Stadträtin, die auch im Vorstand des Lebenshilfe-Vereins tätig ist, berichtet von einer Zeit des Hoffens und Bangens, die nun aber vorbei ist - und das auch noch rechtzeitig vor dem Jubiläum der Familien- und Begegnungsstätte, die am 3. Dezember 1968, also vor fast 50 Jahren, gegründet worden ist. Damals taten sich Eltern zusammen, um ein Haus einzurichten, in dem Familien und Menschen mit Beeinträchtigungen Urlaub machen können.

In das Gebäude einer ehemaligen Kunstblumenfabrik am Kueser Moselufer zog die Lebenshilfe einige Jahre später ein. Ein weiteres Haus in Hochscheid wurde im Laufe der Jahre gekauft. „Damals gab es noch nicht so viele Angebote wie heute und der Verein hatte über 300 Mitglieder, heute sind es noch knapp 90,“ sagt Müller. Schulklassen, Menschen mit Behinderung oder Großfamilien, hatten so die Möglichkeit an der Mosel Urlaub zu machen. dann, vor etwa zwei Jahren kam das Problem mit dem Brandschutz auf.

Das war 30 Jahren noch kein Thema, als das Haus als Feriendomizil umgebaut wurde. Eigentlich sollten nur Schönheitsreparaturen an dem Nachkriegsbau durchgeführt werden. Es stellte sich aber schnell heraus, dass auch der Brandschutz verbessert werden musste. Die dafür kalkulierten Kosten sorgten für Alarmstimmung, denn insgesamt waren 172 000 Euro waren zu stemmen. „Wir mussten das Ferienhaus in Hochscheid verkaufen, das hat uns cirka 80 000 Euro gebracht,“ erinnert sich Müller. Aber diese Summe war noch nicht ausreichend. Erst die finanzielle Unterstützung von mehreren Sponsoren und der Aktion Mensch, die rund 36 000 Euro beigesteuert hatte, ermöglicht es dem Verein, das Haus weiter zu betreiben.

Von der Terrasse aus fällt der Blick auf die Mosel. Foto: TV/Hans-Peter Linz
Schlicht, einfach, sauber: Die Zimmer in der Lebenshilfe sind wieder frisch renoviert. Foto: TV/Hans-Peter Linz

„So können wir am 3. Dezember unser Jubiläum feiern. Wir haben nun neue Türen, Bodenbeläge und weitere Anpassungen gemacht,“ sagt Inge Müller. Das Haus bietet im Erdgeschoss sieben rollstuhlgerechte und im ersten Stockwerk weitere elf Zimmer. Große Gemeinschaftsräume ermöglichen gemeinsames Kochen und gemeinsame Feiern. Für Betreuer gibt es eigene Räume, auch die Bäder sind mittlerweile barrierefrei. Für die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen stelle es ein wichtiges Angebot an der Mittelmosel dar, ist sich der Vorstand sicher. „Das Haus mit seiner Moselblick-Terrasse hat eine gute Lage, um sich zu erholen. Es muss auch Angebote für Menschen geben, die sich kein teures Hotel leisten können,“ sagt Müller. Das Angebot wird gerne genutzt. Im Schnitt machen etwa 300 Personen in dem Haus pro Jahr Urlaub, was 1600 Übernachtungen entspricht. Die Kosten für die Übernachtung liegen bei Selbstverpflegern zwischen 18 und 25, bei Übernachtung mit Frühstück zwischen 25 und 32 Euro.