Lebenshilfe im Kreis Bernkastel-Wittlich feiert ihren 50. Geburtstag

Soziales : Ein Jubiläum mit Schattenseiten

Die Lebenshilfe im Kreis feiert ihren 50. Geburtstag. Doch neben der Freude über das Geleistete gibt es große finanzielle Probleme.

Die Lebenshilfe Kreisvereinigung Bernkastel-Wittlich setzt sich seit dem 3.Dezember 1968 für die Rechte der Menschen mit Behinderungen ein und hat in ihren 50 Jahren so einiges erlebt und vieles bewegt. Inge Müller, erste Vorsitzende des Vereins, zog anlässlich der Jubiläumsfeier Bilanz: „Die Lebenshilfe versteht sich als Angehörigen- und Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen. Unsere Mitglieder sind alle selbst Menschen mit einer Beeinträchtigung oder haben Angehörige mit einer Beeinträchtigung. Wir haben bewusst den europäischen Protesttag zur Gleichstellung für unser Jubiläum gewählt, um über die Rechte von Menschen mit Behinderung zu informieren.“ Der Einladung war eine Vielzahl von Menschen aus Politik, Gesellschaft, befreundeten Einrichtungen zur Betreuung von Menschen mit Behinderung und sogar eine Urlaubsgruppe im Ferienhaus der Lebenshilfe gefolgt. Die Lebenshilfe bietet nämlich im Herzen von Bernkastel-Kues eine Ferienbegegnungsstätte für Menschen mit Behinderung an.

Inge Müller schilderte die Entwicklung im Laufe der Jahre. „1968 war die Geburt eines behinderten Kindes eine Katastrophe in den Köpfen vieler Menschen. Ich bin überglücklich, dass wir diese Zeit lange hinter uns gelassen haben.“ Menschen mit Behinderungen seien ein fester Teil unserer bunten Gesellschaft. Schon Dr. Helmut Gestrich habe bei der Einweihung des Ferienhauses im Jahre 1982 in Hochscheid schmunzelnd festgestellt, dass auch Begegnungen mit „Nicht-Behinderten“ Menschen erwünscht seien. Alex Licht, erster Beigeordneter des Landkreises, hob die Leistungen des Vereins über Jahrzehnte hervor und betonte welch „wichtiger Baustein im Landkreis Bernkastel-Wittlich die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen“ sei.

Robert Wies schloss sich in Vertretung für Landrat Gregor Eibes den Gratulanten an und stellte fest: „Die Lebenshilfe ist eine enorme Stütze für Eltern und Angehörige von Menschen mit Behinderungen. Ich wünsche der Lebenshilfe viel Glück für die nächsten 50 Jahre.“ Auch der Beigeordnete der Stadt Bernkastel-Kues Alfred Port als „Kueser Jung“ verbindet mit der Lebenshilfe viele positive Erinnerungen. Anschließend fand die Ehrung des langjährigen Vorsitzenden, Oswin Schädler, für sein Lebenswerk in Verbindung mit der Lebenshilfe statt. Besonderer Dank galt der „Handarbeitsgruppe Kues“ für deren Ausstellung sowie den Bernkasteler Georgspfadfindern Moselfranken für den Aufbau des Festzeltes sowie die Verpflegung. Trotz aller Freude am Fest kämpft die Lebenshilfe dennoch um ihr Überleben. Das Ferienhaus in Hochscheid musste geschlossen werden, der eigene Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen auf Grund von fehlender ehrenamtlich Engagierter eingestellt werden. Derzeit betreibt die Lebenshilfe daher nur noch die Ferienunterkunft in Bernkastel-Kues, in der viele Investitionen insbesondere aufgrund von Brandschutzbestimmung bereits angestanden haben. Mehr als 150 000 Euro wurden bereits investiert. Weitere Investitionen für einen Aufzug, die Außengestaltung oder Pflegebetten und neues Mobiliar mit einer ähnlichen Summe stehen noch an.

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