Lebensretter auf vier Pfoten

Die Knöppels engagieren sich alle bei der Feuerwehr in Morbach. Sogar die Labradorhündin Ghia und der Rottweiler DJ sind mit dabei. Wegen ihrer feinen Nase sind sie ganz besondere Einsatzkräfte.

Die Knöppels aus Morbach sind eine Familie, bei der ehrenamtliches Engagement eine große Rolle spielt. Vater Marco ist Wehrleiter bei der Feuerwehr in Morbach und Sohn Florian Feuerwehrmann. Mutter Christhild Knöppel ist nicht nur ausgebildete Feuerwehrfrau, sondern auch Rettungshundeführerin. Eine zentrale Rolle spielen daher auch zwei besondere Familienmitglieder, die dreijährige Labradorhündin Ghia, ein ausgebildeter Rettungshund, und der erst 14 Monate alte Rottweiler-Rüde DJ, ein "Azubi" in dieser Disziplin.

Sie sind in Hennweiler stationiert, einer von sieben Rettungshundestaffeln der Feuerwehren in Rheinland-Pfalz. Vier bis sechs Menschen werden pro Jahr von dieser Einheit gerettet.

Mit Hunden hat die gelernte Zahnarzthelferin und Bürokauffrau Christhild Knöppel seit frühester Jugend durch den Hundesport zu tun. Doch Menschen mit Hilfe der feinen Hundenase aus Trümmern holen, im Fachjargon "Biologische Ortung" genannt, ist ein anderes Kaliber (siehe Extra).

"Ein Rettungshund muss in einem Trümmerfeld trittsicher und unerschrocken sein, darf sich weder vor Feuer, Qualm, Lärm oder Explosionen fürchten", erklärt die 51-Jährige. In fünf Prüfungen müssen Mensch und Tier diese Fähigkeiten als Team unter Beweis stellen. Prinzipiell sei jeder Hund für diese Aufgabe geeignet. Es komme eben darauf an, die geforderten Eigenschaften aus dem Tier "herauszukitzeln". Viel Liebe, Geduld und Lob sind dafür nötig.

Auslöser für das Interesse an diesem Ehrenamt war der befreundete Rettungshundeführer Manuel Fetzer aus Hoxel und sein Border-Collie Rico. Rettungshundeführer wird aber nur, wer auch ausgebildeter Feuerwehrangehöriger ist. So durchlief Christhild Knöppel zwei Jahre lang diese Ausbildung. Sie überredete Ehemann Marco zum Kauf von Hunden, die zur Rettung von Menschenleben ausgebildet werden sollten. "Wenn schon ein Hund angeschafft wird, muss er auch für etwas gut sein", war schließlich die Meinung des Wehrleiters. 2004 wurde der inzwischen verstorbene Rottweiler "Falk" zum Rettungshund ausgebildet.

"Den Spiel- und Futtertrieb macht sich der Hundeführer zunutze", erklärt die Feuerwehrfrau. Was für den Hund ein Spiel ist, kann für Verschüttete Leben oder Tod bedeuten. Damit das möglichst gut funktioniert, gehen Hund und Frauchen jede Woche als eingespieltes Team aufs Übungsfeld ihrer Staffel. Sie stehen auch jederzeit für Auslandseinsätze bereit.

Ein Leben ohne Hund kann sich Christhild Knöppel nicht mehr vorstellen. Ghia ist der 19. und DJ ihr 20. Hund.

Über die Arbeit mit Rettungshunden bei der Feuerwehr informiert die Internetseite www.rettungshundestaffel-3-rlp.de

Extra Die Nase eines Hundes ist als einziges Sinnesorgan bei der Geburt schon vollständig entwickelt. Bei einem großen Hund hat sie etwa 200 Millionen Riechsinneszellen. Der Mensch besitzt gerade mal zehn Millionen. Auch das Hirnareal, in dem Geruchsinformationen verarbeitet werden, ist beim Hund größer und besser entwickelt als beim Menschen. (doth)