Lecker, harmonisch und ausgewogen

LIESER. Mit 500 Besuchern verzeichnet die "Weinvision" Lieser einen Besucherrekord, der fast schon die Kapazitäten der elf Winzer sprengt, die zum vierten Mal zur Verkostung des neuen Weines eingeladen haben.

Ein guter Draht nach oben zahlt sich für Winzer auch abends aus. Das Wetter zur Lieserer "Weinvision" hätte jedenfalls nicht besser sein können. Als es wenige Stunden vor der Verkostung des 2005ers hagelte, schien manchem der elf beteiligten Winzer die vierte Auflage bereits ins Wasser gefallen zu sein. Doch das kurze Gewitter bescherte dem Schlossgarten lediglich eine erfrischende Abkühlung. Zum Vorteil der Gäste - darunter auch die Deutsche Weinprinzessin, Nicole Kochan aus Lieser, sowie Ortsweinkönigin Susanne mit ihren Prinzessinen Christina und Simone. Verschont von Wetterkapriolen haben sie sich durch die Vielfalt von Riesling, Dornfelder, Burgunder und Rivaner testen können. Wobei etliche in der Palette vom trockenen Schlossberg-Qualitätswein bis zur Beerenauslese der Lage Niederberg-Helden ihren Tropfen gefunden haben. Für Helga und Reinhard Theis ist dies am liebsten einer aus Trauben alter Reben. "Wir lieben die trockenen Weine", verrät der Monzelfelder. Vor allem, wenn "bei dem Trockenen noch die Fülle rauskommt", ergänzt Ehefrau Helga. Die "Weinvision", zu der Bäcker Licht Brotspezialitäten liefert und das Landhotel Steffen passende Gerichte, finden beide ideal: "Das ist eine nette Sache, um die neuen Weine kennen zu lernen." Was aber nicht nur Weinkunden, sondern auch Winzer schätzen, die die Gelegenheit nutzen, bei der Konkurrenz zu testen. "Ich gehe grundsätzlich überall hin - an alle Stände", versichert Rudolf Kiesgen. Dabei testet er aber nicht hier eine Spätlese und dort eine Auslese, sondern er setzt aufs "gegeneinander probieren" - also etwa den Vergleich der Feinherben verschiedener Weingüter. Weniger versierte Weinkenner belassen es mehr bei einigen gezielten Proben. Eine Gruppe aus Neuwied ist rasch fündig geworden. Die Weine schmeckten lecker und seien "sehr harmonisch und ausgewogen", wagt Felix Forster ein Urteil. Winzer Peter Pauly-Mehn, Vater der "Weinvision", ist mit der Resonanz der vierten Auflage mehr als zufrieden. "Der Besuch war sensationell", schätzt er die Zahl der Gäste - in den Vorjahren 200 bis 300 - auf rund 500. Besser hätte es seiner Ansicht nach nicht laufen können. "Noch mehr wären uns schon fast wieder nicht recht", räumt er ein. Schließlich sollten ja alle noch an die Stände heran kommen und mit den Winzern reden können.

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