Leerstände bereiten in Manderscheid Kopfzerbrechen

Stästebau : Leerstände bereiten in Manderscheid Kopfzerbrechen

In Manderscheid gibt es entlang der Kurfürstenstraße einiges an Infrastruktur, aber auch einige ehemalige Geschäftshäuser, die geschlossen sind. Für das Hotel Zens gibt es gute Aussichten.

Mitten in Manderscheid steht das Traditionshotel Zens. Einst war es das erste Haus am Platz. Gut situierte Gäste, unter anderem der Opern- und Operettensänger Rudolf Schock und Bundespräsident Karl Carstens waren hier zu Gast. Seit sechs Jahren steht es leer.

Einige Männer, die ehrenamtlich das Heimatmuseum betreiben, haben hier ab und zu den Blauregen, der an der Fassade rankt, zurückgeschnitten. Insgesamt macht die Fassade einen ordentlichen Eindruck. Aber Stadtbürgermeister Günter Krämer stellte bereits  vor zwei Jahren fest, dass ein Leerstand in dieser zentralen Lage für den Ort nicht gut sei. Jetzt scheint er in diesem Punkt eine Sorge weniger zu haben, denn Gebäudekomplex ist verkauft.

Günter Krämer sagt: „Im vergangenen Monat ist das Hotel Zens in ausländische Hände gegangen.“ Insgesamt ist die Kurfürstenstraße nicht schlecht aufgestellt, aber es gibt auch einige problematische Ecken. Eine davon ist das Gasthaus Brandt, das seit dieser Saison geschlossen hat. Die Besitzer hörten aus Altersgründen auf. „Ein gutbürgerliches Lokal wie das Gasthaus Brandt fehlt hier“, kommentiert Krämer. Die Besitzer wollen im Gebäude wohnen bleiben. Es soll nicht vermietet oder verkauft werden. Im Verlauf der Straße folgen eine Versicherung und eine Volksbank im oberen Teil der Kurfürstenstraße. Auf der linken Seite aus Richtung Wittlicher Straße geht es mit drei Wohngebäude weiter, in dem eines eine Fußpflege- und Massagepraxis beherbergt, zwei Gärten, zwei Privathäuser und eine Sparkassenfiliale. Gegenüber ist das nächste Gebäude, dass verkauft wurde, die ehemaligen „Eifeler Bauernstuben“. „Es wurde gekauft, von einer Person, die bereits in Kinheim eine Pizzeria betreibt. Sie wollen oder haben schon mit dem Renovieren begonnen. Ich hoffe, dass es bald losgeht und eröffnet wird“, so Krämer. An die Bauernstuben schließt sich die Post an, die momentan wegen technischer Probleme geschlossen ist, aber ab Mitte Januar im Gebäude des Maarmuseums wieder geöffnet hat. „Da sind wir sehr froh, eine Lösung gefunden zu haben, dass die Post im Ort bleibt.“

Im nächsten Laden ist ein Friseurgeschäft. Eine Versicherung, ein Wohnhaus und ein weiterer Friseur schließen sich an. Das nächste Wohnhaus, das zwei Jahre leer stand, hat ebenfalls den Besitzer gewechselt und wird gerade auf Vordermann gebracht.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist unterhalb der Sparkasse das Geschäft und die Werkstatt des unternehmens Kerzen Moll. dort kann man Kerzen und Seifen kaufen. Daran schließt sich ein Wohnhaus und das Hotel Zens an. Darunter ist ein Wohnhaus, indem jetzt Wohnungen und Ferienwohnungen sind und eine Apotheke. Auf der anderen Seite findet man einen Döner-Imbiss, der vorher versteckt in einer Seitengasse war. Ein Blumenladen, das Seniorenheim Zenz und ein landwirtschaftlicher Betrieb folgen. Vor dem nächsten Sorgenkind des Stadtbürgermeisters gibt es eine Pediküre- und Maniküreanbieter. Am Eingang des Café Steffens ist zu lesen: „Vorübergehend geschlossen“. Einen Teil des Gebäudes  wollte die Stadt bereits erwerben und in Parkplatz umwandeln, aber der Besitzer wollte nicht verkaufen. „Das Café hätte hier bestimmt eine Zukunft, es ist wie ein klassisches Café eingerichtet. Es gab auch schon Mietinteressenten, aber bisher weiß keiner, wie es hier weitergeht“, so Günter Krämer. Wer frische Fleisch- und Wurstwaren kaufen möchte, hat in der sich anschließenden Metzgerei dazu Gelegenheit, daneben gibt es aber wieder einen Leerstand. Der Besitzer wohnt in einem Nachbarort, möchte nicht verkaufen. Eine Galerie hat im nächsten Schaufenster ausgestellt. Und dann kommt das Heimatmuseum. Ein Silberschmucklädchen bildet den Abschluss auf dieser Straßenseite.

Und noch mal zurück auf die andere Seite. Unterhalb der Apotheke befindet sich ein Leerstand, indem früher Geschenke verkauft wurden. Auch der ehemalige Postillion steht aus Altersgründen leer.

Sehr schwierig wird es bei einem weiteren Gebäudekomplex, einer ehemaligen Metzgerei. Für diese gab es schon Interessenten, aber man konnte sich nicht auf einen Preis einigen. „Unter anderem die Verbandsgemeinde hatte sich als Vermittler angeboten, aber es kam kein Verkauf zustande“,  erzählt  der Stadtbürgermeister weiter. Anders war es beim „Rathaus für Gesundheit und Medizin“, das früher tatsächlich das Rathaus war und seit der Fusion mit der Verbandsgemeinde Wittlich-Land  Allgemeinmediziner und anderen Gesundheitsdienstleister nutzen.

Das Café Steffen ist, so ein Schild an der Tür „vorübergehend geschlossen“. Ob es noch einmal eröffnen wird, ist fraglich.  . Foto: Christina Bents

Stadtbürgermeister Günter Krämer sagt abschließend: „Wir sind sehr froh, dass einige Leerstände in neue Hände gekommen sind, wieder mehr Leben und mehr Möglichkeiten einzukehren kommen. Andere machen uns wirklich Sorgen, zumal sie sich an zentraler Stelle im Ort befinden und es keine Interessenten gibt. “ Weiter sagt er: „Wo wir helfen können bei der Vermittlung machen wir das gerne, wir mahnen auch an, der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, aber die Gebäude gehören uns nicht.

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