1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Geschichte: Leerstände, Wildschweine und eine frohe Botschaft

Geschichte : Leerstände, Wildschweine und eine frohe Botschaft

Das Thema Innenstadt und Leerstände wurde auch schon vor 20 Jahren in Wittlich diskutiert. Weitere Themen waren die Wildschweinpest und die Steillagenforschung.

Immer weniger Kunden: Damals machten Kaufleute Druck. Der Ruf nach Öffnung der Neustraße wurde lauter. In einem Brief an den damaligen Stadtbürgermeister Helmut Hagedorn hat sich der aus dem „Runden Tisch“ der Werbe- und Aktionsgemeinschaft „Kaufstadt Wittlich“ hervorgegangene Arbeitskreis Verkehr für die Umwandlung der Neustraße in einen verkehrsberuhigten Bereich ausgesprochen. Die Innenstadt werde immer weniger von Kunden frequentiert, argumentiert der Arbeitskreis. Die Ursachen lägen größtenteils in der Verkehrsführung. Außerdem hätten sich wichtige Branchen in den Außenbezirken angesiedelt. Die vielen Geschäftsaufgaben zeigten sich auch in den vielen Leerständen, insbesondere in der Neustraße.

Dass das Thema nichts an Aktualität verloren hat, zeigte sich jüngst wieder: In einem TV-Interview sagte die gerade frisch im Amt bestätigte Vorsitzende des Vereins Stadtmarketing Wittlich, Claudia Jacoby (Altstadtbuchhandlung Wittlich): „Zurückgehende Kundenfrequenz führen zu Ladenleerständen, der Einzelhandel in der Innenstadt hat es schwer.“

Die Bauern und die Seuche: Und noch ein Thema war vor 20 Jahren schon aktuell: die Wildschweine.  Bei einer Tagung der Landwirte aus dem Kreisgebiet in  Manderscheid forderten die Bauern: „Die Wildschweine müssen weg.“ Kreisvorsitzender Josef Schuh  kritisierte den seiner Meinung nach puren Aktionismus nach dem Auftreten der Wildschweinpest: „Es war schon enorm, welche Maßnahmen von dem einen pestkranken Wildschwein ausgingen, das in Biesdorf im Kreis Bitburg-Prüm gefunden wurde.“ Im Januar 1999 war die Schweinepest in der Eifel festgestellt worden. Nachdem danach  ein zweites pestkrankes Wildschwein erlegt worden war, wurde mit einem Fund in Großlittgen erstmals der Landkreis Bernkastel-Wittlich von der Seuche tangiert.

Heiß diskutiert von den Landwirten wurde die fehlende Bekämpfung der Ursachen der Krankheit. „Die Wildschweine müssen weg“, so ihre Forderung, denn nicht die Landwirte seien die Verursacher. Sie hätten über die Region hinaus mit Absatzmangel und großen finanziellen Einbußen zu kämpfen. Vor allem ein Einwirken auf die Jagdpächter bis zur Kündigung der Pachtverträge wurde verlangt. Gewarnt wurde aber auch vor einem Preisverfall bei der anschließenden Neuverpachtung.

Frohe Botschaft: „Es steht fest: die Steillagen-Forschung in Bernkastel-Kues bleibt erhalten.“ Die frohe Botschaft übermittelte die Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen), stellvertretende Vorsitzende des Agrar-Ausschusses vor 20 Jahren. Die Arbeitsplätze des nichtwissenschaftlichen Personals werden bei einer Übernahme der Liegenschaft beziehungsweise eines Teils davon durch das DRK-Sozialwerk dauerhaft gesichert, erklärte die Grünen-Politikerin weiter. Zudem werde die Weinbauforschung in Rheinland-Pfalz gestärkt und neu ausgerichtet.

All dies habe Staatssekretär Wille (Bundeslandwirtschafts-Ministerium) noch einmal bestätigt. „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Forschung am Standort Bernkastel-Kues optimal gestaltet wird“, führte Ulrike Höfken aus. „Das Ziel ist, die Forschung in der Region zu halten und zu stärken.“ Mit Erfolg: Im Dezember 2010 wurde das neue Steillagenzentrum des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel in Bernkastel-Kues eröffnet.