Leerstände

Zum Artikel "Schaufenster auf Zeit" (TV, 12. Juni) meint dieser Leser:

Etwas erstaunt bin ich doch über den Bericht "Schaufenster auf Zeit", erweckt er doch den Eindruck, als sei das Rad der Leerstandsdekoration soeben neu erfunden worden. Dabei gab und gibt es diese Abwandlung Potemkin\'scher Dörfer in Wittlich doch schon seit Jahren ebenso wie die benannten Leerstände und die Versuche, dies als allerorts üblich und somit hinzunehmenden Zustand schönzu reden. So wie man die Schlossgalerie als Kundenmagnet für die Altstadt schönredete. Obwohl die Mietinteressenten angeblich schon vor Eröffnung des "architektonisch filigranen" Kastens Schlange standen, sind bis heute noch nicht alle Ladenflächen vermietet. Und so liegt sie nun wie ein Riegel vor der Altstadt, und der anfänglich heftige Applaus unserer Stadtentwickler ist kaum mehr wahrnehmbar. Deutlich wahrnehmbar sind aber die massiv zurückgegangene Kundenfrequenz in der Altstadt und erste Leerstände in der einstigen 1-A-Lage. Nur noch acht Prozent der Ortsteilbewohner Wittlichs suchen die Altstadt auf, gab die Verwaltung kürzlich bekannt. Und dabei wäre es ein Leichtes, mehr Frequenz in die Altstadt zu bringen. Man müsste nur die unsinnige Sperrung der Oberen Burgstraße in Höhe des Friedhofes beseitigen und wie die Neustraße im Schritttempo befahrbar machen. Eine der drei wichtigsten Zufahrten zur Stadt wäre aus Richtung Friedrichstraße wieder frei, und dem unsäglichen Fahrzeug-wenden-Zirkus an der Scherl-Säule könnte man ein Ende bereiten. Auch die Fahrradfahrer sollten damit zurechtkommen. Sie haben vorher Landes- und Kreisstraßen befahren, kommen nun beim Friedhof an eine Drängelsperre, dann in einen verkehrsberuhigten Bereich. Das sollte bei der gebotenen Rücksichtnahme aller doch ohne Gefahr für Leib und Leben machbar sein. Michael Scheid, Wittlich