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Lego-Bauer lieben und leben ihr Hobby und zeigen es in Machern

Knifflige Details, schöne Ergebnisse : Lego-Bauer lieben und leben ihr Hobby – Ausstellung in Machern zeigt Miniatur-Welten

Eine Ausstellung in Machern (Bernkastel-Kues) zeigt Miniatur-Welten aus den Steinen der bekannten Spielzeug-Fabrik. Aber was finden Erwachsene am Bauen mit Lego?

Ob die „6. LEGO-Sonderausstellung mit Börse“ (Extra) stattfindet, ist ungewiss. Die Aussteller, darunter vier Lego-Bauer aus der Region, können nur hoffen. Denn sie arbeiten seit Monaten an neu geschaffenen Landschaften und Welten, in denen es Vieles zu entdecken gibt.

 Die Details haben es Hubert Becker (72) besonders angetan. Seit Januar baut er in Minheim an seiner Burgen- und Mittelalterwelt, in der sich nicht nur Ritter und Benediktinermönche in selbstgeschneiderten Kutten tummeln. In liebevoll ausgestatteten Räumen gehen Dorfbäcker, Winzer und Schmied ihrer Arbeit nach. Ebenso wie Maurer, für die der frühere Bauleiter ein Gerüst baute. Kreativität ist immer wieder gefragt: in der Metzgerei für Schweinehälften, die es bei Lego nicht gibt, wie auch für einen Heuwagen, den „Ochsen“ mit Euter ziehen. Am Flussufer entlang schleppen Mosel-Halfen mit ihren Zugtieren ein Schiff voran, es wird Hochzeit gefeiert und beerdigt – auf einem Friedhof mit Überraschungs-Hexengrab. „Mir macht es Spaß, diese Geschichten zu erzählen“, sagt Becker. Die Leidenschaft für sein Hobby packte ihn vor fünf Jahren, als Nichte und Neffe beim Keller aufräumen die Lego-Kisten entdeckten. Die ersten zwei Burgen kaufte er in den 1990er Jahren in Erfurt. Ritter sammelte er schon früher. Das Bauen mit den kompatiblen Steinen beruhige und helfe in der Corona-Zeit „über die Runden“.

 Winfried Ballmann (72), in Duisburg lebender Mit-Organisator aus Trier, sieht Lego-Bauen als „echte Herausforderung“. Man könne unendlich viel machen: planen, recherchieren, kreativ sein – aber auch abschalten. Daher hofft der Betriebswirt, dass ihn das Hobby, für das ihn vor 35 Jahren ein Bruder begeisterte, fit hält. Um größere Anlagen präsentieren zu können, vertraut er sie als Dauerleihgabe Museen an. In Nürnberg steht ebenso eine Anlage von ihm wie in Trier, Kaiserslautern, Speicher, Prüm und in Machern. Dort will er nun erstmals seine Trierer Römerbrücke ausstellen: mit der „Porta Inclyta“, einem früheren Stadttor, Pferdefuhrwerken und Schiffen. 16 000 Teile hat er für das gut drei Meter lange und 70 Zentimeter breite Exponat verbaut. Mehr als 100 000 Teile wird er wohl für sein aktuelles Projekt mit anderthalb Jahren Bauzeit brauchen: in römische Gärten integrierte Thermen, ebenfalls orientiert an historischen Vorlagen. Lego-Ausstellungen liebt er, weil sie Besuchern Spaß machten, und Börsen, weil dort Teile und Erfahrungen getauscht würden.

 Für Thomas Krämer (46) aus Morbach sind die Macherner Aussteller „so eine richtige Familie“, mit der er zudem fachsimpeln könne. Ihn packte das Lego-Fieber vor zehn Jahren. Ein Arbeitskollege zeigte Fotos von seinem Kinderzimmer „voller Lego“. Gleich am nächsten Morgen trug Krämer seine Lego-Kisten vom Speicher herunter. Seither wird gebaut, mit alten wie mit neuen Legos. Aber nichts, was im Internet zu finden sein könnte, sondern Sehenswertes in und um Morbach: die Burgruine Baldenau, wie sie im 14. Jahrhundert ausgesehen haben soll, die Walholzkirche, Hoxels Viadukt und der Jakob-Maria-Mierscheid-Weg – samt Grauer Lay, dem Lieblingsplatz des geheimnisvollen Bundestagsabgeordneten. Dass der auch in Berlin bekannt ist, weiß er seit einer Ausstellung mit dem Kaiserslauterner Verein „Lauter Steine“. Auch Burgen seiner „zweiten Heimat“ Schottland baute er inzwischen nach. Lego sei für ihn Entspannung: „Es macht Spaß und fasziniert immer wieder.“ Spaß macht es auch dem neunjährigen Sohn, der längst mit baut im „Lego-Zimmer“.

 Günter Schröter (68) aus Konz-Kommlingen begeisterten seine Kinder fürs Hobby. Er habe zwar früher auch mit den Steinen gespielt - „aber da war Lego ja ganz anders“. Daher war ihm seine Märklin-Eisenbahn wichtiger. Noch vor wenigen Jahren fand er es beim Besuch einer Lego-Ausstellung in Köln seltsam, dort ältere Menschen „noch mit Lego spielen“ zu sehen. Erst als Sohn und Tochter sich für Lego interessierten, fing auch der Vater mit dem Bauen an. Als dreifachen Großvater lässt ihn das erst recht nicht mehr los, sodass er über die Jahre verschiedenste Lego-Serien kennenlernte: von der Fabuland-Tierwelt über City und Trucks-Technik bis zur Fantasy-Reihe „Chima und Bionicle“, der Bau von Landschaften und Schaukästen. Wenn er all das aufbaut und zu Ausflügen in die Lego-Geschichte einlädt, freuen sich Kinder wie Erwachsene. Ihn selbst fasziniert an Lego vor allem, „dass man mit den Steinen was machen kann“, während man früher immer alles selbst habe erfinden müssen.