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Lehrer, Prüfer, Rettungsflieger: Josef "Jupp" Willwers ist in 55 Fliegerjahren 11 000 Stunden in der Luft gewesen

Reil/Wittlich · Josef Willwers Leidenschaft ist seit 55 Jahren das Fliegen. Noch immer ist er für Prüfungen im Auftrag der Luftaufsichtsbehörden aktiv und geht dafür mindestens einmal pro Woche in die Luft. Der Reiler hat bei rund 26 000 Starts und Landungen mehr als 11 000 Stunden am Steuerknüppel als "verantwortlicher Luftfahrzeugführer" gesessen - und 77 Mal die Erde umrundet.

Leidenschaftlicher Flieger: Josef Willwers. Foto: privat

Foto: (m_kreis )

Reil/Wittlich. "Den Wunsch, Pilot zu werden, hatte ich schon als Kind", gesteht der Reiler Josef Willwers in einem Gespräch. "Aber dass er schließlich auch ohne den Einsatz der sonst hohen Ausbildungsgebühren in Erfüllung ging, dafür musste ich hart arbeiten. Im Schweiße meines Angesichts, möchte ich fast sagen." Denn 1960 bot sich für den gebürtigen Wittlicher bei den Traben-Trarbacher Segelfliegern die Möglichkeit, eine Flugausbildung zu beginnen. Das hieß für den damals 16-Jährigen, einmal in der Woche mit dem Fahrrad von Wittlich zum Mont Royal zu fahren. Dort, beim Deutsch-Amerikanischen Segelfliegerclub, galt die Devise: "Flugstunden gegen Arbeit auf dem Flugplatz und in der Halle".
Am 17. Juni 1961 stand dann der erste Alleinflug auf dem Plan. Willwers: "Neben der Startstelle stand ein Kofferradio, aus dem der neueste Hit erklang: ,Wheels' von den String-A-Longs." Und auch von seinen Gefühlen in jenem Augenblick kann er erzählen: "Plötzlich fühlte sich alles so leicht an: Kein gewichtiger Lehrer im Sitz hinter mir, selbst eine Funkanbindung gab es damals im Segelflug noch nicht. Es war ein tolles Gefühl, zum ersten Mal ganz allein in der Luft zu sein."Bekanntschaft mit Astronauten


Seinen Wunsch, aus dem Fliegen einen Beruf zu machen, musste Willwers erst einmal zurückstellen. Eine Lehre und Berufsjahre als Radio- und Fernsehtechniker schloss er mit der Meisterprüfung ab. Doch die Fliegerei blieb für ihn die Berufung. Also hieß es weiterhin lernen, trainieren, Lizenzen erwerben. In einer Fliegerzeitschrift las er 1980 eine Stellenanzeige des Luftfahrtdezernats im Regierungspräsidium in Düsseldorf. "Flugerfahrung sollte ich mitbringen — und die hatte ich." Schnell fand Willwers heraus, dass eine Karriere an diesem Platz nur in Aussicht stand, wenn man die Berufspilotenlizenz mit Instrumentenflugberechtigung (Blindflug) besaß. Also wieder lernen, lernen, lernen. Nach zwei Jahren war es geschafft. Mit dem Segen der Behörde arbeitete er nebenberuflich beim Kölner Ambulanzflug-Unternehmen Quick-Air-Service. Das führte ihn gelegentlich zu nächtlichen Bereitschaftseinsätzen — meist Krankenrücktransporte. "Es gab auch Fälle, in denen es um Leben oder Tod ging. So hatten wir einmal einen Einsatz, der unvergesslich bleibt. Ein Kind war in einem Hotelpool auf Mallorca ertrunken. Wir mussten es im Wachkoma nach Deutschland zurückholen. Trotz intensiver ärztlicher Behandlung starb es noch während des Flugs."
Gab es besondere Begegnungen? "An die kurzfristig angesetzten Flüge mit Politikern aus der damaligen Hauptstadt Bonn erinnere ich mich sehr gut. Da gäbe auch die eine oder andere Anekdote zu erzählen. Aber das fällt wohl unter die Verschwiegenheitspflicht des Berufspiloten", sagt Willwers schmunzelnd. Gerne erzählt er aber von jener Begegnung, zu der es während seiner Tätigkeit als Instrumentenfluglehrer kam: "Ich hatte den Auftrag, zwei angehende Astronauten im Instrumentenflug auszubilden. So lernte ich den ersten deutschen Astronauten Ulf Merbold kennen. Er legte bei mir seine praktische Prüfung zum Berufspiloten ab. Bis heute bin ich mit ihm freundschaftlich verbunden." red