Leidenschaftlich und perfekt

Mit einem ausgewogenen, exklusiven Programm haben die Zuhörer in der gut besetzten Lebensbaumkirche ein Konzert auf hohem Niveau erlebt. Die lettische Konzertorganistin Iveta Apkalna wurde ihrem Ruf als Weltstar unter den Organisten gerecht und übertraf damit die Hörerwartung der Besucher.

Manderscheid. Die lettische Konzertorganistin Iveta Apkalna hat im Rahmen der Orgelfestwochen in der Lebensbaumkirche in Manderscheid gastiert. Bereits im ersten Programmpunkt zeigte sie ihre Perfektion und leidenschaftliche Spielfreudigkeit: bei der virtuosen Toccata des Spätromantikers Joseph Jongen. Das teilte Günther Jung, der erste Vorsitzende des Orgelvereins, in einer Pressemitteilung mit.
Die nachfolgende romantische Sonate Nr. 4 in B-Dur op. 65 von Felix Mendelssohn Bartholdy habe den Gegenpol zum ersten Stück gebildet. Sensibel und mit kontrastreich gestalteten Klangkombinationen habe sie in den einzelnen Sätzen ihre Zuhörer verzaubert. Bei der Triosonate Nr. 3 d-Moll BWV 527 von J. S. Bach habe die Organistin eine schlichte Registrierung gewählt, mit der ihr eine beeindruckende Interpretation auf der Orgel der Lebensbaumkirche gelungen sei. Im Gegensatz dazu hätten die Evocation I und II des französischen Komponisten Thierry Escaich gestanden. Die zeitgenössischen Werke hätten dem Programm einen weiteren Höhepunkt beschert. Zwei Kompositionen von Aivars Kalejs standen am Schluss des Konzertes. In seinem "Lux aeterna" seien die Zuhörer auf den letzten Weg eines Sterbenden geführt worden, dessen Gedanken in Wechselwirkung zwischen Leben und Tod stehen.
Ovationen im Stehen


Schön und erhellend sei dann der Abschluss mit der Toccata über den Choral "Allein Gott in der Höh sei Ehr" gewesen. Die Zuhörer seien begeistert gewesen und und hätten mit Ovationen im Stehen Beifall gezollt. Das Konzert erfolgte im Rahmen der 25. Internationalen Orgelfestwochen im Kultursommer Rheinland-Pfalz sowie im Verbund mit den Orgelfestwochen in Rheinischen Klöstern und Kirchen in Zusammenarbeit mit "Oehmsclassics". Als Nachlese waren alle Konzertbesucher zu einem Umtrunk auf dem Vorplatz der Kirche eingeladen. red