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Lena Werner aus Wittlich neu im Bundestag - ihre ersten Erfahrungen

Politik : Aus Wittlich nach Berlin: Welche Überraschungen Lena Werner in ihren ersten Tagen als Abgeordnete erlebt

Überraschend ist Lena Werner von der SPD im September vergangenen Jahres in den Bundestag gewählt worden. Wie es der 27-jährigen Wittlicherin bisher ergangen ist und wie sie sich in Berlin eingelebt hat, berichten wir hier.

Berlin ist immer eine Reise wert. Das gilt auch für Lena Werner, die regelmäßig mit dem Zug dorthin fährt, um zu arbeiten. Aber nicht, wie sie es vor einigen Jahren vermutet hätte, in einem der führenden Hotels oder in der Eventbranche der Stadt, denn schließlich hat sie eine Ausbildung als Hotelfachfrau und ein Duales Studium in Tourismuswirtschaft und Eventmanagement: Ihr Arbeitsplatz ist im Deutschen Bundestag. Dorthin haben sie die Wähler im vergangenen Herbst mit ihrem Votum geschickt.

Inzwischen ist sie schon einige Male zwischen Wittlich und Berlin gependelt, mit dem Zug, denn einen Dienstwagen hat sie nicht. Sie berichtet: „Ich habe vor mir ein Elektroauto anzuschaffen, um damit in meinem Wahlkreis mobil zu sein. In Berlin habe ich mir eine Fahrkarte der Berliner Verkehrsbetriebe gekauft und bin dort mit dem Bus unterwegs.“ Sie gewöhnt sich gerade daran, bei Terminen als Mitglied des Deutschen Bundestags vorgestellt zu werden. „Da ist man dann schon stolz und auch demütig, wenn man so angesprochen wird. Dennoch ist es mir bei Treffen mit verschiedensten Personen wichtig, dass man menschlich gut miteinander auskommt.“

Erste Rede im Bundestag für Lena Werner

Im vergangenen Dezember hat sie ihre erste Rede im Bundestag gehalten. In einer aktuellen Stunde zum Thema „Umsatzeinbußen durch 2G-Regelungen in Gastronomie und Einzelhandel“ hat sie für die SPD-Fraktion gesprochen. Dazu erklärt sie: „Ich habe erst mittwochs nachmittags die Nachricht bekommen, dass ich am Donnerstag eine Rede halten soll und war sehr aufgeregt. Ich habe dann meinen Fokus auf die Branche gerichtet, in der ich gearbeitet habe. Bei einigen ehemaligen Kollegen habe ich mich informiert, wie sich die Situation für sie darstellt.“

Etwa 60 bis 70 Abgeordnete haben ihren Ausführungen zugehört. „Es ist trotzdem ein beeindruckendes Gefühl, man darf sich als Sprecherin weiter nach vorne setzen, wird aufgerufen und auch wenn der Bundestag nicht voll besetzt ist, verpufft eine Rede ja nicht, sondern sie wird Online verfolgt. Man spricht schon zu vielen Menschen und wird gehört.“ Abschließend sagt sie zu diesem Thema: „Nachdem ich mit der Rede fertig war, hatte ich das Gefühl, wirklich als Abgeordnete angekommen zu sein.“

Im Internet hat sie nach ihrer Rede viel Zuspruch, aber auch Kritik bekommen. „Das liest man sich durch, auch wenn man es nicht sollte. Vieles ist sehr emotionsgeladen. Man muss das in Perspektive setzen aber berechtigte Kritik auch ernst nehmen.“

Was Lena Werner im Bundestag überrascht hat

Überrascht war sie in den ersten Tagen von den vielen Dokumenten, die sie unterschreiben musste. „Da merkt man schon, dass der Bundestag eine Behörde ist“, erklärt sie.

Wichtig war nach den beiden ersten Einführungswochen, ein Team zusammenzustellen. Sechs Personen sind es, die in Berlin und im Wahlkreis mit ihr zusammenarbeiten. Jetzt wird innerhalb des Teams strukturiert, im Wahlkreis das Büro eingerichtet. Sobald es fertig ist, werden hier Sprechstunden stattfinden.

In Berlin wohnt sie in einer Wohngemeinschaft mit zwei weiteren Abgeordneten. Von der Stadt hat sie noch nicht so viel gesehen. Sie hofft, dass die Pandemie es schnell zulässt, sich persönlich mit anderen zu treffen und die Stadt zu erkunden.