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Infrastruktur: Letzte Ruhe unter Bäumen

Infrastruktur : Letzte Ruhe unter Bäumen

LIESER (ca) Der erste Bestattungswald im Kreis wird aller Voraussicht nach schon in wenigen Monaten auf dem Lieserer Plateau eröffnet. „Wir haben einen Baumbestand, der nach Meinung von Experten dazu bestens geeignet ist“, erklärt Ortsbürgermeister Reinhard Barthen.

Das Gelände sei insgesamt 16 Hektar groß, gestartet wird zunächst auf einer Fläche von drei Hektar. Der Ortsgemeinderat hatte sich 2018 einstimmig dafür ausgesprochen, dass das Projekt in den Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues aufgenommen wird.

Das ist mittlerweile passiert, die Fortschreibung des Flächennutzungsplans liege derzeit bei der Verbandsgemeindeverwaltung zur Prüfung. Und der Antrag auf Bestattungsgenehmigung bei der Kreisverwaltung. Außerdem hat die Gemeinde, die Betreiber wird, mit einem bundesweit in der Branche agierenden Unternehmen einen Vertrag geschlossen. Das Unternehmen wird beispielsweise für Werbung, Internetauftritt oder Verkehrssicherung zuständig sein.

Ein weiteres wichtiges Thema in der Gemeinde ist der Hochwasserschutz bei Starkregen. Die Gemeinde beteiligt sich an einem  Hochwasserschutz-Konzept der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. Das sei ein spezielles Programm für die Dörfer. Die Gemeinden werden dabei auf Schwachstellen überprüft, um für Starkregenereignisse wie im August 2018 besser gerüstet zu sein.

Damals war Lieser durch eine Gewitterfront besonders betroffen: Durch Starkregen drückte sich das Wasser durch die Kanalisation in Keller, auf den Weinbergen kam es zu Abrutschungen von Geröll und Schlamm, und die Straße nach Kesten musste wegen Geröllabgängen sogar komplett gesperrt werden. „Es war kurz vor zwölf“, erinnert sich Barthen. Und: „Mit diesen Ereignissen müssen wir immer mehr rechnen.“

Neue Bürger möchte Lieser auch anlocken. Daher ist geplant, ein Neubaugebiet auszuweisen. Es stehen 2,5 Hektar zur Verfügung. Der Orts-Chef schätzt, dass darauf etwa 20 neue Häuser entstehen können. „Die Grundstücksverhandlungen laufen, und einige Anfragen gibt es auch schon“, sagt der Lieserer Bürgermeister. Für junge Familien, die sich in Lieser ansiedeln wollen, ist sicher auch interessant, dass der Spielplatz der Kita für 160 000 Euro komplett neu gestaltet wurde.

Reinhard Barthen wird sich im Mai aus Altersgründen nicht mehr der Wahl zum Ortsbürgermeister stellen. „Das sollen jetzt mal Jüngere machen“, sagt der 67-Jährige, der sich seit 35 Jahren in der Gemeindepolitik engagiert.