Letzte Saison für den Erbeskopf-Chef

Morbach · Die Maschinen sind gewartet, die Lifte überholt und die Liftbügel erneuert. Sobald genug Schnee liegt, kann der Skibetrieb am Erbes kopf starten. Klaus Hepp, Chef am höchsten rheinland-pfälzischen Berg, wird wohl auch in den kommenden Jahren die Verantwortung haben, obwohl das Rentnerdasein ansteht.

Klaus Hepp, Betriebsleiter Erbeskopf, steht vor dem Skilift. Sobald genug Schnee gefallen ist, kann der Skibetrieb losgehen. TV-Foto: Christoph Strouvelle

Morbach. Für Klaus Hepp wird die kommende Schneesaison am Erbeskopf offiziell die letzte in seiner Funktion als angestellter Betriebsleiter des Skibetriebes am Erbeskopf sein. Denn im November 2014 wird der Schneekönig und Tausendsassa, der seit Januar 1997 für den Betrieb der Skianlagen an der höchsten Erhebung von Reinland-Pfalz zuständig ist, 65 Jahre und drei Monate alt und kann sich damit in den Ruhestand begeben. Doch voraussichtlich wird er dann als rüstiger Rentner und Winterteilzeit-Arbeitskraft weiter das 27-köpfige Team, das für den Skibetrieb gebraucht wird, anführen und seiner Leidenschaft, dem Skibetrieb am Erbeskopf, nachgehen. Denn: "Ein Nachfolger ist derzeit nicht in Sicht", sagt Hepp.
Arbeit erfordert Idealismus


Das Hauptproblem dabei, so glaubt er, sind die Arbeitszeiten während der Saison. Denn wenn der Schnee die Skifahrer auf die Pisten lockt, sind die Lifte sieben Tage die Woche bis 21 Uhr, freitags sogar bis 24 Uhr geöffnet. Dazu kommt täglich eine weitere Stunde für Nacharbeiten. "Dafür ist eine Menge Idealismus notwendig. Wenn man kein Herzblut mitbringt, hat es keinen Wert", sagt Hepp.
Dem Skibetrieb hat die neue Beschneiungsanlage, die 2003 installiert worden ist, viel genutzt, sagt er. Bis 2003 seien pro Winter die Lifte zwischen 15 und 20 Tage gelaufen. Danach waren es immer mindestens 35 Tage. Der stärkste Winter war in der Saison 2007/2008, als die Lifte 88 Tage liefen.
Seit 1997 hat Hepp viele Dinge erlebt, die sein Organisationstalent gefordert haben. Beispielsweise in der Saison 2011/2012, als die Kette der Pistenraupe am Tag vor der Saisoneröffnung ausgerechnet auf der Liftspur riss und die Raupe sich nicht mehr fahren ließ. Hepp schaffte es, dass ein Bauunternehmer noch am gleichen Tag einen schweren Bagger mit einem Tieflader von einer Baustelle bei Heidenburg an den Erbeskopf transportierte. Mit diesem ließ sich die zwölf Tonnen schwere Raupe anheben und aus der Liftspur ziehen: Der Saisonstart war gerettet.
In der Saison 2004/2005 war das Getriebe des Lifts defekt. In den zwei Wochen bis zur Reparatur übernahmen bis zu vier Busse täglich den Transport der Skifahrer von der Talstation bis zum Gipfel.
Warten auf Schnee


In diesem Jahr hat Hepp bereits alles vorbereitet, damit der Skibetrieb bei geeigneter Wetter- und Schneelage starten kann. Die Lifte sind entrostet und frisch gestrichen, alle technischen Anlagen kontrolliert worden. Am Lift eins, an dem der Hauptbetrieb stattfindet, sind in dieser Saison die letzten 20 von 64 Schleppgehängen erneuert worden, so dass diese wieder zehn bis 15 Jahre halten. Was noch ansteht, sei ein neuer Skibob, denn bei starkem Betrieb ist der eine, den es am Erbeskopf bereits gibt, nicht ausreichend, sagt er.
Bisher fehlt für einen Skibetrieb noch der notwendige Schnee. Für einen Einsatz der Schneekanonen ist es noch nicht eisig genug. Mindestens minus vier Grad muss es kalt sein, mit der Aussicht auf Dauerfrost, damit diese Schnee erzeugen können.
Doch Hepp ist optimistisch: "Wir haben den Schnee zum 15. Dezember bestellt. Dann ist am Hunsrückhaus der Weihnachtsmarkt", lacht er. cst
Extra

Ihr habt es bestimmt gemerkt: Es war neulich so kalt, dass diesen Winter der erste Schnee schon gefallen ist, aber weil es dann wieder warm wurde, war er auch schnell wieder weg. Wenn genug Schnee liegt, kann man viele tolle Sachen machen, zum Beispiel einen Schneemann bauen oder Schlitten fahren. Am Erbes kopf kann man Ski fahren, aber manchmal liegt dafür nicht genug Schnee. Dann kommt die Schneekanone zum Einsatz. Denn, wenn es kalt genug ist, kann man mit einer Schneekanone selbst Schnee machen. Die Schneekanonen sind an einer Wasserleitung angeschlossen, produzieren Schneeflocken und lassen diese auf die Skipiste schneien. So nachgeholfen, reicht der Schnee auf jeden Fall aus, damit die Leute Ski fahren können. cst