Letzter Einsatz für den Tornado

Bis zu seiner Ausmusterung war ein Tornado in Afghanistan im Einsatz, nun ist er in Wittlich zu sehen. Ein Sammler hat das Flugzeug gekauft. Es ist die dritte Maschine aus Beständen der Luftwaffe, die er auf dem Betriebsgelände seiner Firma ausstellt.

Wittlich. Die einen sammeln Spielzeugeisenbahnen, die anderen Briefmarken - und Kurt Lames Militärjets. Inzwischen hat der Wittlicher drei Maschinen, die früher im Einsatz bei der Bundesluftwaffe waren. "Ich bin fasziniert von den Maschinen", sagt der 53-Jährige, der ein Umzugsunternehmen betreibt.
Sein Betrieb ist wohl der einzige in Deutschland, der mit einem Jet vom Typ G 91 auf dem Werksgelände aufwarten kann. Bereits seit einigen Jahren steht die Maschine in Wengerohr. "Immer wieder kommen Interessierte ins Büro und fragen nach dem Flugzeug", sagt der passionierte Flieger, der bei der Bundeswehr gerne Hubschrauberpilot geworden wäre. "Doch daraus wurde leider nichts", sagt er. Aus gesundheitlichen Gründen darf er derzeit nicht mehr selbst fliegen.
Statt in die Luft zu gehen, leistet Lames seinen Dienst bei den Fernmeldern ab. Den Traum vom Fliegen erfüllt er sich später. Eine ganze Reihe von Helmen im Büro des Familienunternehmens zeugt davon, dass Lames schon mit ganz unterschiedlichen Jets unterwegs gewesen ist. Er betrieb zudem über einige Jahre hinweg eine Agentur, die Mitflüge in Militärjets vermittelt. So wurden die entsprechenden Kontakte immer enger, und schließlich der erste Jet auf den Hof. Es bedarf einiger Genehmigungen, um solch eine Maschine erwerben zu können. Für wie viel Geld, will Lames nicht sagen. "Darüber spricht man nicht."

Teure Sammelleidenschaft


So ganz billig wird die Angelegenheit mit dem Jet-Kauf nicht sein. Seine Frau jedenfalls ist nicht so begeistert von der Sammelleidenschaft ihres Mannes. Denn bei der Fiat bleibt es nicht. Zum Jet der Bundesluftwaffe gesellte sich dessen Nachfolgertyp bei den Streitkräften: Seit drei Jahren ist in Wengerohr auch ein Alpha-Jet zu sehen.
Und weil aller guten Dinge drei sind, gibt es auf dem Betriebsgelände nun einen weiteren Jet. "Eigentlich wollte ich eine Phantom F 4", sagt der Umzugsunternehmer, der einen Teil seines Geschäfts mit der Abwicklung von Umzügen von US-Militärs macht. Solche Maschinen waren unter anderem auf der Airbase Spangdahlem stationiert. Doch Lames\' Sohn David entdeckt bei einer Auktion der Bundeswehr, dass ein Tornado-Kampfjet angeboten wird.
Den hat der Flugzeugsammler gekauft und von Norddeutschland nach Wittlich bringen lassen. Dort wird seit einem Monat an der Maschine gearbeitet. Jets dieses Typs sind auch in Büchel stationiert. Die Wengerohrer Maschine kommt jedoch aus Jagel vom dort stationierten Aufklärungsgeschwader 51.
Am Freitag war es dann so weit. Ein Kran hebt die Maschine mit der Kennung "43 + 96" an, um sie auf ihre vorerst letzte Parkposition zu hieven. "Wir wollen den Tornado noch mit der richtigen Markierung versehen", sagt Lames. Ehe der Jet in die Eifel kam, war er in Afghanistan im Einsatz und in Mazâr-i-Sharîf stationiert.
Extra

Nicht sehr viele Jungen wie Finn können behaupten, einen Tornado geritten zu haben. TV-Foto: Klaus Kimmling.
Foto: Klaus Kimmling
Foto: Klaus Kimmling

Die 1951 gegründete bundeseigene Verwertungsgesellschaft für Besatzungsgüter (Vebeg) verkauft im Auftrag von Bund, Ländern oder Kommunen Gegenstände aller Art. Das aktuelle Angebot reicht von einer Reisetasche aus Leder vom G 8-Gipfel 2010 über sechsachsige Eisenbahnwagen bis hin zum Kampfflugzeug. Vor allem für militärische Ausrüstungsgegenstände gelten besondere Bedingungen. Das Angebot gibt es im Internet unter www.vebeg.de har

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