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Leuchtend, blühend, nachhaltig und sogar essbar: Der Kurpark wird neu gestaltet

Stadtplanung : Leuchtend, blühend, nachhaltig und sogar essbar: Der Kurpark wird neu gestaltet

Landschaftsarchitekt stellt in einer Bürgerversammlung die Pläne für die Neugestaltung des Kurparks auf dem Kueser Plateau vor. Der Stadtrat stimmt am 16. Mai über das Projekt ab.

Es sind viele Bilder, die Friedrich Hachenberg an diesem Abend auf die Leinwand im Kurgastzentrum auf dem Kueser Plateau wirft. Die Bilder und Pläne zeigen, wie der Kurpark in absehbarer Zeit aussehen könnte. Wenn davon viel umgesetzt werden kann, wird das etwa 8,5 Hektar große Areal zwischen dem Hotel Moselpark, zwei Reha-Kliniken und der Panoramastraße ein weitgehend neues Gesicht bekommen. Leuchtend, blühend, duftend, ja sogar essbar soll es sein, mit Licht und Schatten spielen und dabei ökologisch wertvoll und nachhaltig sein, sagt Hachenberg, Chef des  Büros Stadt-Land-plus in Boppard-Buchholz. Es beschäftigt sich unter anderem mit Landschaftsarchitektur und Naturschutz.

Sein Auftrag in Bernkastel-Kues: die Planung für die Neugestaltung des etwa 40 Jahre alten Kurparks. Spazierengehen, joggen und auf den großen Rasenflächen herumtollen oder Fußball spielen: Darauf beschränkt sich derzeit weitgehend der Wert des Areals. Die Teichanlage ist weitgehend verlandet, der erhöhte Aussichtspunkt verdient diesen Namen nicht mehr. Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Großteil des Geländes liegt brach und ist nicht mehr einladend.

Für die Patienten der insgesamt vier Reha-Kliniken auf dem Plateau reicht es für einen Spaziergang oder eine Runde mit den Therapeuten. „Aber auch von den Kliniken kommt der Wunsch nach einer Steigerung der Attraktivität“, sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Da die Kliniken auch beim Gästebeitrag vermehrt zur Kasse gebeten würden, sei dieser Wunsch berechtigt. Das Gelände sei aber auch für direkte Anwohner, Urlauber und Gäste der vielen gastronomischen Betriebe von Bedeutung. Und es solle auch noch mehr in das Bewusstsein der Leute unten im Tal eindringen.

An den Plänen für die Neugestaltung können auch die Bürger mitwirken. Bei einer Versammlung im März haben sie Vorschläge gemacht (der TV berichtete). Sie ergänzen die Wünsche, die in Gesprächen mit den Klinikbetreibern, Hoteliers, Vereinsvertretern und dem Förster geäußert wurden. Sylvia Straubel und Ulrich Knaudt gehören zu den Bürgern, die Vorschläge gemacht haben und an diesem Abend nun auf den Plan gespannt sind. „Es ist ein tolles Projekt“, lobt Sylvia Strobel. Die Lehrerin der nicht weit entfernten Rosenbergschule ist oft mit Schülern in dem Park unterwegs. „Die Planer haben richtig gute Arbeit geleistet“, sagt Anwohner Ulrich Knaudt, der täglich auf dem Gelände unterwegs ist.

Die Eckpfeiler der Planung: Der Teich soll wieder zu einem Anziehungspunkt werden. In der Nähe sollen ein Moor- und ein Senkgarten entstehen. Die große Festwiese soll eine Bühne erhalten. Geplant sind auch ein Beachvolleyballfeld und eine sogenannte Finnenbahn, ein Laufparcours aus gelenkschonendem Material. Auch für ein Outdoor-Fitness-Gelände soll ein Platz reserviert werden. Das Gelände soll von mehreren Seiten aus barrierefrei zu erreichen sein. Die Zugänge sollen optisch so gestaltet werden, dass sie geradezu zu einem Besuch einladen. Durch Stauden und andere möglichst pflegeleichte blühende Pflanzen und Gewächse soll die Monotonie des Parkes aufgebrochen werden. Der jetzige Bestand werde aber teilweise erhalten, wenn sein Zustand gut sei, sagt Friedrich Hachenberg.

Etwas unterhalb des Geländes könnten drei Aussichtspunkte entstehen, die den Blick ins Tal ermöglichen. Dabei wird auch über einen sogenannten Skywalk nachgedacht – eine Konstruktion, die über die Hangkante hinausragt.

Stadtbürgermeister Port macht klar: Das sind erst einmal alles nur Wünsche. Möglich sind sie nur, weil das Land derzeit solche Projekte mit bis zu 85 Prozent bezuschusse. Deshalb werde der Stadtrat auch noch vor der Kommunalwahl über die Pläne reden, einen Beschluss fassen und ihn umgehend zur Prüfung nach Mainz schicken. Bis zur Sitzung des Stadtrates am 16. Mai soll auch eine Kostenübersicht vorliegen. Es gibt auch noch ganz profane Dinge: Wie wird man der Wildschweinplage Herr und verhindert, dass die Wiesen umgegraben werden?

Wie kann verhindert werden, dass das Gelände verstärkt als Hundeklo genutzt wird? Anwohner Leo Pschebizin hat dieser Hinsicht größte Bedenken. Ob hohe Bußgelder für Hundehalter und Absperrungen gegen die umtriebigen Schweine helfen? Das Problem ist ja nicht auf den Kurpark beschränkt, sondern allgegenwärtig. Weiter willkommen, auch als therapeutische Helfer und Freunde der Kinder, sind die Ziegen im großen Gehege mitten auf dem Gelände. An seiner Größe soll auch nichts geändert werden.

Wer sich für die Pläne interessiert: Sie werden ab dem kommenden Wochenende 14 Tag lang in der Güterhalle im Stadtteil Kues präsentiert. Einsehbar sind dort dann auch die Pläne für die Umgestaltung des großen Moselparkplatzes im Stadtteil Bernkastel-Kues. Beim Tag der Städtebauförderung werden dafür am kommenden Samstag, 11. Mai, 11 Uhr, in der Güterhalle die eingereichten 13 Arbeiten ausgestellt.