Verkehr : Licht soll Fahrer warnen

Die Unfallzahlen am Kreisel bei Hinzerath sind bei Dunkelheit und schlechtem Wetter weiter hoch. Es soll Verbesserungen geben.

Hermann-Josef Decker lässt gar keinen Zweifel an der Richtigkeit der damaligen Entscheidung aufkommen. „Der Kreisverkehr ist die Lösung für diesen Unfallschwerpunkt. Durch den Bau ist die Schwere der Unfälle reduziert worden“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Morbach. Das gilt nicht für die Häufigkeit der Kollisionen am Kreisel auf der B 327, früher als Hinzerather Kreuzung bekannt und berüchtigt. Seit der Eröffnung im Spätsommer 2016 habe es etwa 30 dokumentierte Unfälle gegeben, berichtet der Polizist.

Und dabei gebe es eine Besonderheit. So gut wie alle spielten sich in Richtung Morbach ab.
Dies erregte auch schon im November 2016 die Aufmerksamkeit der Polizei.

Allein am 2. November waren zwei Lastwagen einfach geradeaus gefahren und auf dem kleinen Erdhügel in der Mittel des Kreisels zu Stehen gekommen. Damals wurde mit zusätzlichen Schildern (Verkehrsführung geändert), Blinklichtern sowie einer früheren Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 30 Stundenkilometern auf die Gefahren hingewiesen.

Der Erfolg blieb aus. „2017 zählten wir 14 Unfälle, 2018 sind es bis jetzt schon sieben“, berichtet Decker.

Deshalb habe es auf seine Initiative hin eine weitere Ortsbesichtigung gegeben. Und zwar nicht am helllichten Tage, sondern nach Einbruch der Dunkelheit. Denn dann und bei schlechtem Wetter ereigneten sich die meisten Unfälle, erläutert der Beamte. Meist seien es Ortsfremde, die den Kreisel offensichtlich nicht oder zu spät erkennen. Dazu komme offenbar immer noch der Fakt, dass Verkehrsteilnehmer Navigeräte in Betrieb haben, die nicht aktualisiert sind.

Und wieso passieren diese Unfälle nur in Richtung Morbach? Dort sei die Einfahrt in den Kreisverkehr viel schärfer als die Zufahrt aus Richtung Morbach, sagt Decker. Außerdem zeichne sich der Kreisel aus Richtung Flughafen Hahn bei Dunkelheit oder schlechter Witterung offenbar nicht  ausreichend vom Horizont ab.

Wie könnte eine Lösung aussehen, die den Missstand behebt? Bei der Ortsbesichtigung sei darüber gesprochen worden, mit einer baulichen Veränderung der  Mittelinseln eine bessere Führung hin zur Kreiseinfahrt zu erreichen. Außerdem sei eine umfassende Beleuchtung des Kreisels im Gespräch. Die steht auch bei Hermann-Josef Decker ganz oben auf der Wunschliste.

Beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier werde ein Plan erstellt, teilt der PI-Leiter mit. Der zuständige Mitarbeiter bei der Straßenbehörde war am Mittwoch nicht zu erreichen.