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Liebe Weinfreunde, man sieht sich!

Weinkolumne Auslese : Liebe Weinfreunde, man sieht sich!

Liebe Leserinnen, liebe Leser. Es ist Zeit für mich, Abschied zu nehmen. Und das tue ich ganz bewusst, aber auch mit etwas Wehmut an dieser Stelle.

Unsere Weinkolumne „Auslese“ war mir immer ein ganz besonderes Anliegen – ein kleiner wöchentlicher Beitrag über das Produkt, um das uns so viele Menschen beneiden. Über den Moselwein, die Moselwinzer und die Mosellandschaft zu schreiben, ist mir stets leicht gefallen. Nach 300, vielleicht 400 Kolumnen, sollte man meinen, die Themen gingen einem aus, es sei doch alles gesagt. Keine Sorge, meine Kollegen werden an dieser Stelle weiterhin die Weinkolumne mit ihren Gedanken und Anmerkungen, gelegentlich auch kritisch, füllen.

Jedes Weinjahr ist anders. Für die Winzer ist es von April bis Ende Oktober stets ein Hoffen und Bangen. Hitze und Kälte, Dürre und Nässe wechseln sich ab. So war es immer und so wird es bleiben. Und es lohnt sich immer darüber zu schreiben — ebenso über die vielen gemeinschaftlichen Veranstaltungen von Mythos Mosel bis zu den großen Weinversteigerungen in Trier. Und da ist die Politik, die sich nicht immer zur Freude der Winzer neue Gesetze und Verordnungen einfallen lässt. Es gilt ferner über Trends, Rebsorten und neue Techniken im Weinberg und Keller zu berichten, über kreative und pfiffige Marketingideen und so weiter.

Und weil das Thema Wein nicht nur so vielfältig und interessant ist, sondern wegen der vielen Begriffe auch höchst kompliziert, versuchen wir an dieser Stelle, die ein oder andere Frage, die sich der Weinfreund stellt, kurz gefasst zu beantworten. Es gab Zeiten, da gab es weniger Erfreuliches über den Moselwein zu berichten. Heute überwiegen eindeutig die positiven Nachrichten. Das Image des Moselweins ist besser denn je.

Ich erinnere mich an meinen ersten großen Artikel im August 1985, den ich für eine Winzer-Fachzeitschrift verfasste. Auf dem Mainzer Domplatz demonstrierten 5000 Winzer. Nach dem aus Österreich importierten Glykolskandal war der Weinabsatz eingebrochen, die Wein-Erzeugerpreise rutschten so tief in den Keller wie nie zuvor.

Seitdem hat sich viel getan, man könnte fast von einem kompletten Umbruch sprechen. Kurz gesagt: Das Weinbaugebiet Mosel, das seinerzeit über 12 000 Hektar umfasste (heute sind es rund 8500), hat sich gesund geschrumpft. Leider sind auch viele der wertvollen Steillagen aufgegeben worden. Aber es gibt auch wieder Winzer, die mit viel Idealismus gerade diese Weinberge wieder bewirtschaften. Diese Steillagen sind es, die die Kulturlandschaft Mosel und die dort erzeugten Weine so einzigartig macht. Sicher, es ist nicht alles Gold was glänzt und es gibt auch einiges zu kritisieren.

Letztlich habe ich es aber immer als Privileg empfunden, in dieser wunderschönen Weinregion zu leben und zu arbeiten. Ich hoffe, dass ich das in meinen Weinkolumnen vermitteln konnte.
Auf Wiedersehen. Man sieht sich bestimmt auf der ein oder anderen Weinveranstaltung.

w.simon@volksfreund.de