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Lieber im Halteverbot parken als weit laufen

Lieber im Halteverbot parken als weit laufen

Eine ganze Reihe von Besuchern des Morbacher Herbstes haben wegen Falschparkens Strafzettel kassiert. Dabei waren auf dem Großparkplatz am Sportgelände ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden.

Morbach. Knöllchen am Morbacher Herbst: Einige Besucher der Großveranstaltung haben bei ihrer Rückkehr zum Auto Strafzettel wegen Falschparkens vorgefunden. Auch in der Bahnhofstraße oberhalb des Rathauses: Dort sind zwar Parkmöglichkeiten eingezeichnet, doch wegen der Umleitung für Lastwagen, die wegen einer Baustelle durch den Ortskern geführt werden, ist dort derzeit ein Halteverbot eingerichtet. Mitarbeiter des Rathauses haben einigen Fahrzeugen Knöllchen hinter die Scheibenwischer geklemmt. Doch fahren sonntags dort keine Lastwagen, hätte man deshalb nicht ein Auge zudrücken können, fragt ein Morbacher, der namentlich nicht genannt werden will. Er habe mit einigen Falschparkern gesprochen, doch die hätten gesagt, sie kämen nie wieder nach Morbach. "Wenn man Gäste hat, zockt man die doch nicht ab", sagt er.
Bürgermeister Andreas Hackethal hat eine andere Sicht der Dinge. Es gebe eine Gesetzgebung, die einzuhalten sei, sagt er, auch wenn es keinen Spaß mache, Knöllchen zu verteilen. "Wo sollen wir denn ein Auge zudrücken und wo nicht?" fragt er. So käme man auf keine klare Linie. Er habe Hilferufe bekommen von Hausbesitzern, die sich aufgrund der wilden Parkerei am offenen Sonntag bei ihm beklagt hätten. Zudem seien durch einige abgestellte Autos Leute mit Kinderwagen gezwungen gewesen, vom Bürgersteig auf die Straße auszuweichen. Dabei hätte man für die Veranstaltung mehrere Hundert Parkplätze vorgehalten und ausgeschildert, doch auf dem Großparkplatz am Sportzentrum hätten lediglich fünf Fahrzeuge gestanden.
Jürgen Fetzer vom Vorstand des Gewerbe- und Verkehrsverein, der die Veranstaltung ausgerichtet hat, spricht von 75 Verwarnungen, die das Ordnungsamt bei 4500 Autos ausgestellt hat. Zwölf der falsch abgestellten Autos hätten gar in dem ausreichend beschilderten Marktgelände gestanden. Die Besitzer hätte man sonntags morgens um sechs noch anrufen müssen, damit man den Markt wie geplant habe aufbauen können. "Man muss sich an Parkregelungen halten, wenn nicht, muss man mit Knöllchen rechnen", sagt Fetzer. Auch er verweist auf die ausreichende Anzahl an Parkplätzen am Sportgelände, die sich nur wenige Gehminuten vom Innerort befinden.