Liebeserklärung an die Eifel

Sie sind zwei Volkskünstler, die in ihren Werken die Sprache der Eifel sprechen: Johann Baptist Lenz und Svetoslav Emandiev. Ihnen widmet sich bis zum 15. Juni eine Ausstellung in der Alten Mühle Himmerod. Sie zeigt Parallelen zwischen dem bulgarischen Maler mit der Wahlheimat Himmerod und dem Bildhauer aus Oberkail.

Himmerod/Oberkail. Ein dickbäuchiger Hahn breitet seine Flügel aus und reckt den Kopf zum Hahnenschrei. Die Plastik von Johann Baptist Lenz empfängt den Ausstellungsbesucher in der Alten Mühle auf dem Klostergelände der Abtei Himmerod. Die Bronze verbindet zwei Elemente, die typisch waren für Lenz: Das Tier personifiziert die ländliche Idylle der Eifel und in seiner Darstellung steckt Humor.
Die Werksammlung des 2007 verstorbenen Bildhauers Johann Baptist Lenz gehört als Dauerleihgabe zur Kunstsammlung des Klosters. In Kombination mit den Werken von Svetoslav Emandiev und der veränderten Präsentation kommen die Plastiken jedoch ganz neu zur Geltung.
Lenz hatte sein Handwerk von Grund auf gelernt. 1922 in Oberkail geboren, studierte er ab 1951 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Viele seiner Werke können in keiner Ausstellung gezeigt werden: Rund 35 Ehrenmale und 20 Brunnen wie der in Eisenschmitt, Stadtkyll oder Manderscheid hat er gestaltet. Dazu viele Kirchenräume.
In Himmerod sind vor allem kleine Bronzeplastiken zu sehen, die seinen satirischen Blick tragen: Nachbarinnen, die schwatzend am Zaun stehen oder "der Klugscheißer", der die Zeitung lesend auf dem Donnerbalken sitzt. Wie Lenz gerne volksnahe Szenen aus der Eifel in Bronze festhielt, malt Svetoslav Emandiev Eifel-Landschaften oder porträtiert Persönlichkeiten aus der Region, wie den Eifelmaler Fritz von Wille.
Eifel ist seine zweite Heimat


Der Bulgare aus Sofia hat die Eifel vor 15 Jahren zu seiner zweiten Heimat gemacht. Zur Osterzeit, zum Himmeroder Markt im August und in der Vorweihnachtszeit arbeitet er in seinem Atelier auf dem Klostergelände. Dort hatten er und Johann Baptist Lenz sich kennengelernt. Ein Porträt in der Ausstellung, das Emandiev von Lenz gemalt hat, schlägt eine direkte Brücke zwischen den beiden Künstlern.
Darüber hinaus strahlen ihre Werke gleichermaßen Optimismus und Lebensfreude aus. Beide haben sich auch vielfach religiösen Motiven gewidmet. Und beide verbindet die Lesbarkeit ihrer Kunst. Höhere Anforderungen an den Betrachter stellen die freien Formen, die es bei Lenz durchaus auch gab. Genauso wie auch Emandiev Abstraktes beisteuert. Pater Ignatius, der die Ausstellung mit organisiert hat, sieht gerade in der Bandbreite des Bulgaren seine Stärke: "Er kann sich in den Geist eines Stils hineinfinden. Wenn ich sage, ich brauche Himmerod expressionistisch, dann macht er mir so was."
Zur Ausstellung kam Emandiev eine Idee: In den ersten beiden Augustwochen möchte der studierte Holzschnitzer einen Bildhauereikurs in der Formensprache des Johann Baptist Lenz anbieten. Noch eine Klammer mehr zwischen den beiden. sys