Lieserpfad? Tipptopp!

Nachdem der Eigentümer des Reitstalls sein Grundstück neu eingezäunt hatte, weil er sich über die Verwaltung geärgert hatte, war ein Stück des Lieserpfads so gut wie unpassierbar und die Empörung groß. Die Stadt hat reagiert und den Wegabschnitt begehbar gemacht. Außerdem wird an einer Zusatzstrecke am gegenüberliegenden Ufer gearbeitet.

Wittlich. Eine Glanzparade und ein Rückschlag: Der nach einer Grenzziehung abschüssige und geknickte Abschnitt des Lieserpfads entlang des Reitstalls ist nach einem Eingriff der Stadtwerke in besserem Zustand als der beliebte Vorgängerweg: eben und frisch mit Steinchen geglättet. Der Eigentümer der Nachbar immobilie, der Prümer Michael Wittschier hatte sich, nachdem sein Wohnbauprojekt über dem Stall abgelehnt worden war, entschlossen, es mit der Grenzziehung genau zu nehmen. Damit ist er im Recht, die Empörung war dennoch groß (der TV berichtete). Man hat reagiert: Nicht nur wurde der neue Teilabschnitt begehbar gemacht, man hat auch angefangen, einen Rundweg anzulegen, der dann auf der anderen Lieserseite bis zur Brücke an der Himmeroder Straße führen soll. Sowieso, so Jan Mußweiler, Pressesprecher der Stadtverwaltung, hätte das Gelände freigeschnitten werden müssen. Das sei auch ein Teil des Lieser-Konzeptes: "Vonseiten der Bürger wurde mehrfach der Vorschlag unterbreitet, dass genau in dieser Örtlichkeit ein Rundweg geschaffen werden soll. Dieser solle von der Bastenmühle über das Felsenwehr und den Lieserpfad bis zur Brücke Himmeroder Straße und über einen neuen naturnah gestalteten Uferweg entlang der Lieser unterhalb des Hasenmühlenwegs über das Bürgerwehr und den Spielplatz zur Hasenmühle und unterhalb der Tennisplätze am Felsenwehr vorbei und über den reaktivierten Weg Im Heßelberg zur Bastenmühle führen. Dieser im Konzept mitbeschlossene Aspekt wird jetzt aufgrund der Zaunanlage am Lieserpfad vorzeitig realisiert." Für den Weg, der nahe ans Ufer rücken soll, müsse noch die Trasse ausgeschachtet, mit Schotter aufgefüllt und mit Sand abgestreut werden. Es seien im Haushalt 30 000 Euro vorgesehen.Derweil hat die Stadt in Sachen Wittschier noch anders reagiert: Zum Ende Oktober 2017 hat sie ihm den Pachtvertrag zweier städtischer Grundstücke mit rund 1000 und 9600 Quadratmetern gekündigt. Die Grundstücke liegen in Wittlich rechts vom Zweibächenweg aus Richtung K 54 kommend. Dort stehen oft Pferde im Freien. Das wird womöglich so bleiben. Der benachbarte Reit- und Fahrverein Wittlich will die Flächen übernehmen. Das bestätigt auf TV-Nachfrage der erste Vorsitzende Karl-Heinz Ruppert. Der Verein ist noch im Besitz des Turniergeländes oberhalb des eingezäunten Reitstallgeländes, das wiederum an ein Reitlehrerpaar verpachtet. Meinung

Gut gemacht ist der Weg jetzt: Die Strecke ist nicht nur bei den Wittlichern beliebt. TV-Fotos (2): Klaus Kimmling Foto: (m_wil )

Retourkutsche am ReitstallWer gesehen hat, wie vermurkst der beliebte Fußweg sich zeigte, nachdem die Grenzen akkurat eingezäunt waren, kann kaum glauben, was die Stadt daraus gemacht hat. Besser als vorher! Das wird den Eigentümer der Nachbarimmobilie vielleicht ärgern. Noch mehr, dass ihm die Wiesenpacht gekündigt wurde. Das nennt man Retourkutsche. Wundern muss es einen nicht. s.suennen@volksfreund.de