1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Liesertal-Schule wird neu verkabelt

Liesertal-Schule wird neu verkabelt

Die veraltete Elektroinstallation der Liesertal-Schule in Wittlich-Wengerohr hat erhebliche Mängel. Das stellte der TÜV Rheinland bei einer Prüfung bereits 2012 fest. Der Landkreis investiert eine Million Euro in die 40 Jahre alte Förderschule, in der 125 Schüler, die Lern- und Sprachschwächen haben, unterrichtet werden.

Wittlich-Wengerohr. "Wir haben Probleme, wenn wir neue Elektronik-Geräte wie Computer anschließen wollen", sagt Michael Heuser, Schulleiter der Liesertal-Schule in Wittlich-Wengerohr. Denn die Elektroinstallation des 40 Jahre alten Schulgebäudes entspreche nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit.
Neue Stromkreise


Zudem, so stellte der TÜV Rheinland bei seiner Prüfung fest, entspreche das alte Stromnetz der Schule nicht mehr den gültigen Sicherheitsvorschriften. "Als wir den Computerraum eingerichtet haben, gab es Probleme", sagt Heuser. "Es war schwierig, noch eine Stromleitung zu finden, welche die Belastung der 16 neuen Rechner tragen konnte." Notwendige Modernisierungen in der Lehrküche seien derzeit gar nicht möglich. "Wir brauchen dringend neue Herdplatten. Ältere Modelle mussten wir stilllegen. Aber neue Platten können wir nicht anschließen", sagt Heuser. Mit dem veralteten Stromnetz sei das elektrisch nicht machbar. Der TÜV rät dazu, die Haupt- und Unterverteilung und die Kabeltrassen, die durch die Flure der Schule führen, zu erneuern. Zudem soll in jedem Klassenraum ein zusätzlicher Stromkreis installiert werden, um die vorhandenen Stromkreise zu entlasten. Im Rahmen dieser Arbeiten, sagt Heuser, sollen die Klassenräume zudem mit Internetanschlüssen ausgestattet werden. "Die Kabel werden dann im gleichen Arbeitsschritt mit durchgezogen." Die Elektroinstallation der Unterrichtsräume für den Werk- und Physikunterricht sowie der Lehrküche sind mit neuen Steckdosen vollständig zu sanieren. Zudem werden Not-Aus-Schalter eingebaut. Nach der Verkabelung müssen die betroffenen Wandflächen neu gestrichen werden.
Brandschutz: Neben der Elektroinstallation hat der TÜV auch die Brandschutzmaßnahmen unter die Lupe genommen. Ergebnis: Die fünf Drahtglastüren zum Treppenhaus des Gebäudes sind, da sie nicht den Forderungen der Unfallkasse entsprechen, durch moderne Brandschutztüren zu ersetzen.
Unfallschutz: Zu rutschig fand der TÜV den Bodenbelag in den Werkräumen. Diese sollen deshalb erneuert werden. Darüber hinaus fand der TÜV Mängel in der Turnhalle: Die Tore zu den Geräteräumen in der Sporthalle entsprechen nicht den Vorschriften des Unfallschutzes, da sie in den Fluchtwegen liegen.
Barrierefreiheit: Auch den Belangen von Menschen mit Behinderungen wird das alte Schulgebäude nicht gerecht, urteilt der TÜV. Die ausgewiesenen Behindertentoiletten erfüllen nicht die Anforderungen an Raumgröße und Ausstattung. Die Eingangstür der Schule wird durch eine elektrische Drehtür ersetzt. Derzeit sei jedoch kein Rollstuhlfahrer unter den 125 Schülern, sagt Heuser.
Der Kreisausschuss stimmt am heutigen Montag über die Ausschreibung der erforderlichen Maßnahmen ab, die 978 230 Euro kosten sollen. Von den Sanierungskosten entfallen 116 000 Euro auf die Sporthalle. Das Land stellt für die Arbeiten an der Liesertal-Schule eine Förderung von 560 000 Euro in Aussicht. Stimmt der Kreisausschuss zu, könnte mit den lärm- und staubintensiven Baumaßnahmen bereits in den Osterferien begonnen werden.Extra

In der Liesertal-Schule werden 125 Kinder im Alter zwischen sechs und 16 Jahren unterrichtet. Die 34 Lehrer fördern Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Sprechen sowie dem Sprachverstehen haben. Diese werden nach maximal drei Jahren an die Grundschulen zurück verwiesen und dort wieder im dritten Schuljahr eingeschult. Zudem unterrichtet die Schule Kinder mit Lernschwächen, die Probleme mit der Konzentration sowie der Wahrnehmung beim Hören und Sehen haben. Diese verlassen die Förderschule nach dem neunten Schuljahr mit dem Ziel einer Berufsausbildung oder weiterer berufsvorbereitender Maßnahmen. cmo