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Links-Schwenk statt Schneck-Kreisel

Links-Schwenk statt Schneck-Kreisel

WITTLICH. Viele Wege führen ins Herz der Stadt. Einer ist für Autofahrer tabu: Das Linksabbiegen an der Trierer Straße aus Richtung Lieserbrücke kommend in die Feldstraße. Diese Straße führt immerhin zu innenstadtnahen Parkplätzen. Viele ärgert das Linksabbiege-Verbot. Die CDU will es abschaffen.

Ob der Vorschlag der CDU Gefallen beim Stadtrat gefunden hat? In der gestrigen Sitzung wollte die Fraktion eine Alternative zur Verkehrsführung im Kreuzungsbereich Trier Straße/Feldstraße/Gerberstraße (Südtangente) stellen. Eine Idee daraus liegt vielen Autofahrern am Herzen. Bislang heißt die Devise am Ende der Trierer Straße in Richtung Stadtmitte an der Ampel nur: Geradeaus geht es weiter oder bitte rechts abbiegen zur Gerberstraße (Südtangente). Da der Gegenverkehr aus Richtung Stadt (Pariser Platz, Karrstraße) oft minimal ist, schwenkt mancher dennoch verkehrswidrig links herum und verschwindet schnell in der Feldstraße. Andere fahren ordnungsgemäß geradeaus und nehmen dann den "Schleichweg" über den kleinen Parkplatz zwischen Feldstraße und Trierer Straße und landen dann endlich da, wo sie hinwollen: in der Feldstraße. Doch nicht nur diesen Umweg will die CDU den Autofahrer ersparen. Sie fordert neben der Linksabbiegespur aus Richtung Lieserbrücke in die Feldstraße auch den Verzicht auf die Geradeausfahrspur (Trierer Straße) zur Karrstraße.Schleichweg soll Straße werden

Doch wie kommt man jetzt noch am Steuer in die einzige Straße, die - wenn auch als Einbahnstraße - mitten durchs "Herz" von Wittlich führt? Laut CDU-Vorstellung soll man zukünftig so zusagen den umgekehrten "Schleichweg" über den kleinen Parkplatz als Verbindung nutzen. In dieser Richtung ist das Befahren des Platzes bislang verboten. Dass der kleine Parkplatz in der Vorstellung der Ratsfraktion zu einer Art "Mini-Stadtstraße" werden soll, hat der Eigentümer des Platzes, Alois Kranz, erst aus der Zeitung erfahren. Er sagt: "Die Stadt hat den Platz quasi gemietet und kassiert die Parkgebühren. Der Vorschlag der CDU ist nicht neu, es gab schon eine ähnliche Version unter Bürgermeister Hagedorn." Der Eigentümer will die Ratsentscheidung erst einmal abwarten: "Die müssten dann planerisch aktiv werden, und man müsste mal Fakten sehen, wie die Straßenführung sein soll, und wie viele Parkplätze wegfallen würden." Die CDU hat in ihrem Antrag ihren Vorschlag auch als Alternative zu der seit Langem gewünschten Kreisverkehrslösung dargestellt. Denn zu dem erhofften "Schneck-Kreisel" hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) den Wittlichern wenig Hoffnungen gemacht. Seine Bedingung für einen kleinen Kreisverkehr mit einem Mindestdurchmesser von 26 Metern: Das Eckgebäude gegenüber dem Gasthaus Schneck müsse abgerissen werden. Kein neues und kein reines "CDU-Thema"

Kreisel hin, Linksabbiegeverbot her, eine Wittlicherin meint zur derzeitigen Situation: "Wenn keine Polizei zu sehen ist, fährt doch jeder, der will, hier links. Und bei all denen, die geradeaus in die Karrstraße fahren, frage ich mich, ob die wirklich in die Stadt wollen, wo die meisten dann doch später an der Stadtbücherei im Stau stehen." Insbesondere die Forderung nach einer Linksabbiegemöglichkeit ist sowieso kein spezielles "CDU-Thema". Im Jahr 2005 wurde dieser Wunsch bereits von den Verkehrsentwicklungsplanern der Stadt im Zusammenhang mit dem "Innenstadtring" definiert. Ein Jahr später hatte Bürgermeister Ralf Bußmer auch an den zuständigen Landesbetrieb in Koblenz geschrieben. Der hatte signalisiert, dass das Linksabbiegen nur ermöglicht werden könne, wenn nicht mehr geradeaus zur Trierer Straße/Karrstraße gefahren werde. Damals kommentierte Ralf Bußmer: "Zum einen kann man davon ausgehen, dass das Verbot des Geradeausfahrens von der Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer missachtet wird - wie auch bereits heute das Verbot des Linksabbiegens - und zum anderen die Erreichbarkeit der Innenstadt noch weiter verschlechtert wird." Dafür hätte die CDU nun einen Lösungsvorschlag. Ob ihre Idee eine Ratsmehrheit finden konnte, lesen Sie in der morgigen Ausgabe des Trierischen Volksfreundes. Ein Video zur Verkehrssituation am Kreisel online unter