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Liste Becker fordert Zusammenarbeit in Maring-Noviand

Wirtschaft : Debatte um Gewerbeflächen geht in Maring-Noviand weiter

Das geplante Gewerbegebiet in Maring-Noviand will die Liste Becker offenbar verhindern. Stattdessen strebt sie eine Kooperation mit dem benachbarten Osann-Monzel an, um ein gemeinsames Areal auszuweisen. Das sieht der Ortsbürgermeister aber kritisch.

Der Streit um das geplante Gewerbegebiet in Maring-Noviand geht weiter. Zwei Fraktionen, die gemeinsam die Mehrheit im Gemeinderat stellen, hatten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates für den Beitritt zu einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich Gewerbegebiete gestimmt. Bei Maring-Noviand ist ein Gewerbegebiet mit einer Fläche von rund 68 Hektar geplant.  Nun meldet sich die Liste Becker, der der Ortsbürgermeister vorsteht, und will ihr „Nein“ zu diesem Thema in Erinnerung bringen.

Listensprecher Ralf Licht betont, dass der am 27. Januar vom Gemeinderat Maring-Noviand mehrheitlich getroffene Beschluss von der Liste Becker nicht mitgetragen werde. 

Auf kritische Fragen, die seitens der Liste Becker in der Beratung gestellt wurden, sei in der Sitzung nicht eingegangen worden.   Licht: „Es wurde auch nicht darauf eingegangen, warum die Nachbargemeinde Osann-Monzel nicht angeschrieben wurde dieser interkommunalen Vereinbarung beizutreten, plant sie doch ein Gewerbegebiet in einer beachtlichen Größe von über 110 Hektar in direkter Nachbarschaft zu Maring-Noviand. Es erschließt sich der Liste Becker nicht, warum man nicht das Gespräch mit dem nahegelegenen Nachbarn sucht, um die lokale Entwicklung gemeinsam abzustimmen, sondern mit dem Landkreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier eine solche fragliche Vereinbarung treffen soll.“ Licht fordert: „Wir sprechen uns daher dafür aus, gemeinsam mit unserer Nachbargemeinde Osann-Monzel gezielte Gespräche über Kooperationsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets „Am Weisenstein“ zu führen.“

Die besagte interkommunale Vereinbarung, ein sogenannter „Letter of Intent“ (Absichtserklärung), die vom Landrat des Landkreises Trier-Saarburg, Günther Schartz,  vor etwa einem Jahr initiiert wurde, soll die Entwicklung von Gewerbegebieten in beiden Landkreisen koordinieren.

Aus Sicht der Liste Becker ginge es aber  eher darum, Druck auf die Planungsgemeinschaft Region Trier auszuüben, damit dem Antrag auf den Status „G“ (Gewerbestandort) stattgegeben werde. Der  Planungsgemeinschaft Region Trier zählt zu den Genehmigungsinstanzen einer solchen Klassifizierung - und die ist wiederum wichtig, um überhaupt ein Gewerbegebiet ausweisen zu können.

Der  Ortsbürgermeister von Osann-Monzel, Armin Kohnz, nimmt zu diesen Bemerkungen dem TV gegenüber Stellung. Was die besagte Vereinbarung betrifft, sei „zu allererst einmal die VG-Verwaltung Wittlich-Land zuständig,“ so Kohnz.  Im Gegensatz zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, wo es derzeit nur eine größere potenzielle Fläche für Gewerbe gibt, nämlich in Maring-Noviand, seien in der VG Wittlich-Land mehrere Gemeinden in der Abstimmung, in denen Gewerbeflächen möglich seien. Deshalb könne dort erst später ein Beschluss über eine Zustimmung vom „Letter of Intent“ gefasst werden.

Wie steht es nun in punkto Zusammenarbeit zwischen Maring-Noviand und Osann-Monzel?

Armin Kohnz sagt dazu: „Da es sich bei der Untersuchung in der VG Wittlich-Land um eine Potentialstudie handelt, können als Ergebnis auch lediglich Potentialflächen heraus kommen. Was dann ein Gemeinderat, wann auch immer, mit diesen Potentialflächen planerisch machen will, obliegt dann den jeweiligen Räten.“

Es sei richtig,  dass  in Osann-Monzel eine Erweiterung des Gewerbegebietes „Am Weisenstein“ direkt anschließend an das vorhandene  Gebiet in einer Größe von zirka sieben Hektar anstrebt werde - und nicht von 110 Hektar.

 Ob sich der Ortsgemeinderat von Osann-Monzel mit einem Angebot aus der Nachbargemeinde Maring-Noviand zu „Kooperationsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung des Gewerbegebietes „Am Weisenstein“ „ beschäftigen werde, könne Kohnz nicht sagen. Kohnz: „Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass der Gemeinderat Gespräche führen würde, wenn erkennbar wäre, dass das einzige Ziel dieser Kooperationsgespräche das Verhindern eines „Interkommunalen Gewerbegebietes in der VG Bernkastel-Kues“ zum Nachteil der Ortsgemeinde Maring-Noviand und aller weiteren Gemeinden der VG Bernkastel-Kues wäre.“