Litauer wird ausgeliefert

Ein junger Mann aus Litauen hat längere Zeit im Kreis Cochem-Zell gelebt, ohne dass jemand von seinen kriminellen Machenschaften wusste. Im Juni wurde er verhaftet, jetzt hat die Regierung seines Heimatlandes die Auslieferung beantragt.

Cochem-Zell. (web) Fünf Angehörige einer litauischen Diebesbande wurden Ende Juni in Kaisersesch und Kaltenengers festgenommen. Sie sollen für mehrere Einbrüche in der Region verantwortlich sein. Und nicht nur das: Ein 21-Jähriger soll jetzt in sein Heimatland ausgeliefert werden. Er steht im Verdacht, dort im September 2005 einen Menschen getötet zu haben. Die litauische Regierung hat einen entsprechenden Antrag bei der Generalstaatsanwaltschaft in Koblenz gestellt. Der Mann wird wegen Totschlags gesucht.Seit seiner Verhaftung sitzt der 21-Jährige in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat im Juli Anklage erhoben wegen des Vorwurfs des Bandendiebstahls. Mit zwei weiteren Männern, die ebenfalls festgenommen wurden, soll er nicht nur im Kreis Cochem-Zell, sondern bundesweit insbesondere in Autohäuser eingebrochen sein. Die Kriminellen hatten es überwiegend auf Navigationsgeräte und Computerhardware abgesehen. Bereits seit Dezember 2006 waren Cochemer Kripobeamte der Bande mit erheblichem kriminaltechnischen Aufwand auf der Spur. Der 21-jährige Litauer soll wie seine Landsmänner mit falschen Papieren längere Zeit in zwei Eifelorten des Kreises Cochem-Zell gelebt haben.Im Juni wurde die Diebesbande auf frischer Tat ertappt: Während drei Täter in eine Wohnung in Kaltenengers einstiegen und dort festgenommen wurden, entdeckte die Polizei unmittelbar danach zwei weitere Verdächtige in einem Kleinlaster mit litauischem Kennzeichen auf einem Parkplatz in der Gemarkung Kaisersesch. Einer der beiden Insassen war der 21-jährige Litauer. Gegen vier der fünf Männer wurde damals sofort Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des schweren Bandendiebstahls erlassen.

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