Lob der Technik

Als vor über 25 Jahren die ersten Trauben-Vollernter in Rheinhessen und der Pfalz durch die Rebzeilen ratterten und in weniger als einer Stunde einen ganzen Weinberg abernteten, war das eine Sensation.

Heute gehören die riesigen Maschinen auch an der Mosel zum gewohnten Bild während der Weinlese. Von den knapp 9000 Hektar Rebfläche an der Mosel sind über die Hälfte für den Einsatz des Vollernters geeignet. Und wenn der Steillagen-Vollernter, der im vergangenen Herbst an der Mosel erstmals vorgestellt wurde und in diesem Jahr weiter getestet wird, praxistauglich ist, dürfte sich der Anteil der Maschinenlese weiter erhöhen. Nicht wenige bedauern ob dieser Entwicklung das Ende der Weinlese-Romantik. Doch die zurückliegende verregnete Woche hat gezeigt, dass die Weinlese nicht immer ein Vergnügen ist. Vor allem aber: Die Maschinenlese ist nur halb so teuer wie die Handlese. Und es wird für die Betriebe immer schwieriger, Lesehelfer zu finden.

Die Handlese wird an der Mosel dennoch niemals überflüssig werden. In den Steilstlagen und Terrassen-Weinbergen geht es ohne Lesehelfer nicht. Außerdem kann die Maschine weder das menschliche Auge noch den Geruchssinn ersetzen und somit schlechte von guten oder gesunde von faulen Trauben trennen. Wer hochwertige Auslesen und Beerenauslesen ernten will, braucht fleißige und erfahrene Lesehelfer. Dass solche Weine ihren Preis habe müssen, versteht sich von selbst.