Locker und so gar nicht statisch

ÜRZIG/PANTENBURG. (urs) Der bundesweite "Tag der jungen Stimmen" hat bereits vor seinem Start bewiesen, dass Singen bewegt. Zumindest in Ürzig, wo es die Besucher überwiegend zu Fuß hinauf zur "Bühne" Ürziger Gewürzgarten gezogen hat.

Wer Chormusik liebt, dem scheint kein Weg zu weit und keine Steigung zu beschwerlich. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich Besucher eines Konzertes hoch über der Mosel in Scharen zu Fuß auf den Weg machen. Und das, obschon zur "Bühne" Ürziger Gewürzgarten auch ein befahrbarer Wirtschaftsweg hinauf führt. Doch der herrliche Blick auf den Ort entschädigt für die Mühsal des Anstiegs. Sommer-Temperaturen Ende Oktober

Beim bundesweiten "Tag der jungen Stimmen" konnten sich davon vor allem die Sänger und Sängerinnen des "Urzecha Chors Ürzig mit Kinder- und Jugendchor" überzeugen. Von ihrem exponierten Platz aus kamen sie bei außergewöhnlich sommerlichen Oktober-Temperaturen während des gesamten Konzertes in diesen Genuss. Vielleicht gelang es ihnen ja deshalb so mühelos, ihr Publikum mitzureißen und vom "Weinparadies" ins gemeinsam besungene Tal der "Mosella" zu entführen. Die rund 100 Freunde der Chormusik bedankten sich bei den Akteuren mit begeistertem Applaus und lautstarken "Bravo"-Rufen. Es sei eine gute Idee, Chorgesang einmal auf eine völlig andere Art zu präsentieren, lobte der Ürziger Josef Loosen. Im Saal wirkten Chorauftritte immer "so ein bisschen statisch", während hier im Gewürzgarten alles so locker sei. Das habe die Leute wohl auch motiviert, so engagiert mitzusingen. Irmgard Junker aus Altrich betont, sie habe sich dieses Angebot einfach nicht entgehen lassen können. Auf das Konzert aufmerksam geworden war sie durch Chorleiterin Ingrid Wagner, die auch die Sänger von St. Andreas Altrich dirigiert. Abgesehen vom Können des Chores habe sie aber auch das Ambiente des Gewürzgartens beeindruckt, den sie zum ersten Mal besuchte. Auch für eine Ürzigerin war das Konzert ein Erlebnis. Schade sei nur, dass sie etwas weiter unter gestanden habe, von wo aus sie nicht alles habe verstehen können. Der "schöne Spaziergang" zum Gewürzgarten ist für sie fast schon Routine. Die Frauengemeinschaft habe hier auch ernten dürfen. Aus Kräutern und Gewürzen entstandene Gestecke seien für einen guten Zweck verkauft worden. Drei Weinhoheiten unter den Sängern

Sängerkreis-Vorsitzender Heribert Kappes bedankte sich bei der Gemeinde, die den Auftritt "in diesem wunderschönen Ambiente" ermöglicht habe. Besonders erfreut habeihn, unter den Sängern - mit dabei auch Urzecha-Vorsitzende Gisela Oster - gleich drei Weinhoheiten zu sehen. Denn sowohl Ürzigs Weinkönigin Bettina Schmitz wie ihre Prinzessinnen Eva Berres und Annika Lagodka seien bereits seit zehn Jahren im Chor aktiv und ebenso in Sachen Chorjugendarbeit. Ortsbürgermeister Arno Simon nutzte die Gelegenheit, auf die Besonderheiten des Gewürzgartens mit seinen mehr als 165 verschiedenen Pflanzen und Gewürzen hinzuweisen. Bisher sei ihm allerdings nicht bewusst gewesen, dass sich von diesem Fleckchen aus "solch ein hervorragendes Panorama bietet für den Chorgesang". Während die Ürziger ihre Stimmen hoch über der Mosel erklingen ließen, machten sich Gleichgesinnte in der Verbandsgemeinde Manderscheid wandernd auf den Weg. Der "Junge Chor Pantenburg" sang sich von Ort zu Ort und von Kirche zu Kirche.