Löscheinsatz mit Gartenschlauch

GONZERATH. Ein Albtraum für jeden Hausbesitzer: Ein Blitz schlägt ins Eigenheim ein, und die Familie ist verreist. So geschehen am vergangenen Freitag in Gonzerath. Dank der beherzten Hilfe von Verwandten und Passanten konnte Schlimmeres verhindert werden.

Katharina Herlach wird den vergangenen Freitag so schnell nicht vergessen. "Es gab einen Knall wie ein Pistolenschuss", erinnert sich die Gonzeratherin, die mit ihrem Mann Edwin im Industriegebiet ein metallverarbeitendes Unternehmen betreibt. Es ist früher Freitagnachmittag. In der Firma sind Betriebsferien. Das Paar ist deshalb zu Hause. Ein Gewitter hängt über dem 1200-Einwohner-Ort. Die Ehefrau schaut aus dem Fenster und sieht Rauch aus dem Dachgiebel des Hauses schräg gegenüber aufsteigen. Kurze Zeit später schaut sie erneut nach. Die Rauchentwicklung ist stärker geworden. Sie ruft ihren Mann Edwin, zufällig ein Cousin des Hausbesitzers Ingolf Herlach, der mit seiner Familie verreist ist. Sie verständigen Dietmar Herlach, Bruder und unmittelbarer Nachbar des Ingenieurs. Er hat einen Schlüssel. Insgesamt zu viert laufen sie in das verwaiste Holzhaus hinein. Gemeinsam schaut man im Haus nach dem Rechten. In einer oberen Ecke im Kinderzimmer - das Gebäude hat einen nach oben offenen Giebel - ist Glut zu sehen. Der zufällig vorbeigekommene Postbote Reinhold Petry reagiert sofort. Er holt zunächst eine Leiter vom Nachbargrundstück. Als er zum Brandherd zurückkehrt, sind im Gebälk bereits offene Flammen zu sehen. Mit feuchten Handtüchern, die er zuvor aus dem Badezimmer geholt hat, erstickt er das Feuer. Doch noch ist die Gefahr nicht gebannt. Denn im Dach selbst glimmt es weiter. Mit einem Gartenschlauch bekämpfen die freiwilligen Helfer das Feuer von außen, bis die herbeigerufene Feuerwehr anrückt. Dann ist Petry verschwunden. "Ich wurde ja nicht mehr gebraucht." "Als wir kamen, war das Feuer bereits aus", sagt Joachim Zimmer, Wehrführer in Morbach, dem Trierischen Volksfreund. 45 Einsatzkräfte aus Merscheid, Haag und Morbach hatten zuvor einen Brand in einem landwirtschaftlichen Anwesen in Haag gelöscht und zumindest das Übergreifen der Flammen aufs Wohnhaus verhindert (der TV berichtete). "Wir können froh sein, dass wir hier auf dem Land wohnen und die Nachbarschaftshilfe hier noch funktioniert", betont Zimmer weiter. Auch Ingolf Herlach, der noch am gleichen Tag aus dem Urlaub nach Gonzerath zurückkehrte, ist froh über das schnelle Eingreifen der Nachbarn: "Ich bin sehr dankbar, dass in unserem Haus Schlimmeres verhütet werden konnte."Ungewöhnliche Häufung der Einsätze

Auch der Feuerwehr-Chef hält es für ein "großes Glück", dass die beherzten Helfer schnell und korrekt gehandelt hätten. Seine Leute hätten sich lediglich noch auf die Suche nach versteckten Brandnestern im Dach gemacht und anschließend die Brandwache übernommen. Zimmer ist allerdings überrascht über die Häufung der Einsätze: "Das ist schon ungewöhnlich." Innerhalb weniger Stunden brannte es in drei Häusern. In allen Fällen ist Blitzschlag nach Auskunft der Polizei die Ursache. In Kommen hatten Wehrleute einen Brand einem unbewohnten Haus gelöscht.