Lösung heißt Hybridrasen

Nach monatelangem Hin und Her sind zwei Sportplatzprojekte im Kreis auf einem guten Weg. Ein günstigerer Rasen mit Plastik-Anteil in Burgen und weniger Ausgaben für die Kindergarten-Sanierung in Zeltingen-Rachtig bringen beide Orte ihren Zielen näher. Offen ist, wie es mit dem Sportplatzbau in Binsfeld weitergeht.

Wittlich. Es muss nicht immer Kunstrasen sein. Das haben sich wohl auch die Burgener gedacht. Die wollten über Jahre hinweg einen ganzjährig bespielbaren Fußballplatz, der im Regelfall rund 750 000 Euro kostet. Einen Teil davon wollte die Ortsgemeinde übernehmen. Das wiederum ließ die Kommunalaufsicht bei der Kreisverwaltung nicht zu, da die Moselgemeinde zu viele Schulden hat.
Nun haben sich die Burgener etwas Neues überlegt. Sie möchten einen sogenannten Hybridrasenplatz als Ersatz für den alten Hartplatz haben. Dabei handelt es sich um einen Platz, der hauptsächlich aus Naturgras besteht. Das Gras ist von Kunstrasenfasern durchzogen, die die Oberfläche festigen. In der Sitzung des Kreisausschusses präsentierte Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick diese Alternative und warb gleichzeitig für den Bau eines zusätzlichen Kunstrasen-Kleinspielfelds. Unter dem Strich sollten rund 314 000 Euro investiert werden. Doch das Kleinspielfeld stieß auf wenig Gegenliebe bei den Ausschussmitgliedern. Geld gibt es deshalb nur für den Hybridrasen. Der Ortsgemeinderat Burgen muss nun einen entsprechenden Beschluss fassen, damit das Vorhaben möglichst rasch umgesetzt werden kann.
Dringend auf einen neuen Platz warten auch die Zeltingen-Rachtiger. Doch auch im Fall des von der Ortsgemeinde zugesagten Zuschusses in Höhe von 200 000 Euro hat die Kreisverwaltung ein Problem. Denn auch diese Moselgemeinde hat hohe Schulden. Zudem steht sie vor teuren Investitionen. Ursprünglich sollte ein neuer größerer Kindergarten auf dem Gelände zwischen den beiden Ortsteilen entstehen. Der hätte nach Auskunft von Ortsbürgermeister Manfred Kappes wohl rund 3,2 Millionen Euro gekostet. Nun wird untersucht, wie die bestehenden Kindergärten in Zeltingen und in Rachtig erweitert werden können. Kappes geht davon aus, dass diese Variante die Gemeinde günstiger kommt. Somit wäre die Forderung der Kommunalaufsicht erfüllt, beim Kindergartenprojekt zu sparen, um Geld für den Sportplatz ausgeben zu dürfen.
Anstehende Investitionen und Schulden sind es auch in Binsfeld, die Verwaltung und Kreisausschuss skeptisch machen. Auch in der Gemeinde in der VG Wittlich-Land soll ein Kunstrasenplatz gebaut werden. Der Ausschuss erteilte diesem Vorhaben erst einmal eine Absage. Ortsbürgermeister Walter Faber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Stattdessen teilte Leo Merges von der Verbandsgemeinde-Verwaltung Wittlich-Land am Tag nach der Kreisausschuss-Sitzung mit, dass Verwaltung und Ortsgemeinde "noch keine Stellungnahme zu dem zu erwartenden Beschluss des Kreisausschusses abgeben, da uns dessen Inhalt noch nicht bekannt ist."Meinung

Wenig Kooperationsbereitschaft
Mag sein, dass ein Kunstrasenplatz viele Vorteile hat und dass es besonders viel Spaß macht, auf diesem Untergrund zu kicken. Doch diese Plätze sind teuer und es muss die Frage erlaubt sein, ob die Kosten der Allgemeinheit zumutbar sind. Die Antwort ist einfach: Die Kosten sind nicht der Allgemeinheit zumutbar. Und aus eigener Kraft können sich wohl nur wenige Vereine einen Kunstrasenplatz leisten. Landrat Gregor Eibes will deshalb so etwas wie einen Runden Tisch veranstalten. Der soll festlegen, wo die teuren Plätze gebaut werden sollen und wo nicht. Dieser Vorstoß ist aus Sicht des Landrats verständlich, da so seine Verwaltung nicht mehr die Rolle des Spielverderbers spielen muss, der Kunstrasenträume platzen lässt. Ob die in Konkurrenz stehenden Vereine sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen, darf bezweifelt werden. Denn der Wille zur Kooperation reicht meist nicht über die eigene Spielgemeinschaft hinaus. Wie soll da ein gemeinsames Konzept funktionieren, bei dem der eine oder andere Verein das Nachsehen hat? h.jansen@volksfreund.de