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Lötzbeuren will Stiftung gründen

Lötzbeuren will Stiftung gründen

LÖTZBEUREN. Lötzbeuren hat Großes vor: Noch in diesem Jahr soll eine Stiftung gegründet werden, die Kunst und Kultur, die Jugend, den Sport und die Senioren in der Hunsrückgemeinde unterstützen soll. Das Geld dafür stammt aus dem Waldverkauf im Rahmen der Erweiterung des Flughafens Hahn.

"Unser Ziel ist es, das Erbe unserer Vorfahren nachhaltig zu gestalten und die Lebensqualität in unserem Dorf zu sichern", so Bürgermeister Klaus Reitz. Die damaligen Bürger von Lötzbeuren hätten mit der Aufforstung des Waldes vor über 200 Jahren schon an die Zukunft des Dorfes gedacht, da die Erträge aus der Forstwirtschaft eine wichtige Einnahmequelle für Lötzbeuren darstellen, so Reitz. Dies gelte es fortzusetzen. Durch den Ausbau des Flughafens Hahn und die Erweiterung der dortigen Start- und Landebahn wurden große Teile des Gemeindewaldes von Lötzbeuren an die Flughafengesellschaft verkauft. Rund eine Million Euro spülte dies in die Gemeindekassen. Ein Teil dieses Erlöses - die Rede ist von 500 000 bis 600 000 Euro - soll in die neue Stiftung fließen. "Auf diese Weise wollen wir der Gemeinde Lötzbeuren weitere Einnahmen aus dem Erlös des Waldes sichern", betont der Bürgermeister. Nach dem derzeitigen Satzungsentwurf für eine "Stiftung Lötzbeuren" ist daran gedacht, mit den erwirtschafteten Erträgen der Stiftung kulturelle und künstlerische Veranstaltungen im Dorf zu fördern sowie Heimat- und Kulturgut zu pflegen. Darüber hinaus sollen wissenschaftliche Vorhaben gefördert, private und öffentliche Maßnahmen im Sinne des Umweltschutzes und der Dorferneuerung ebenso unterstützt werden wie sportliche Veranstaltungen sowie Personen, die auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen sind. "Wichtig ist für uns, dass wir möglichst alle Gruppen im Dorf an der neuen Stiftung beteiligen", so Klaus Reitz. Darum soll der Stiftungsrat, der nicht mit dem Gemeinderat identisch sein soll, ein möglichst breites Spektrum der Dorfbevölkerung repräsentieren. Der Satzungsentwurf sieht deshalb vor, dass dem Stiftungsrat mindestens eine Person unter 18 ebenso angehören soll wie eine Person über 65. Die Vereine im Dorf sollen Vertreter für das Gremium benennen, auch der Gemeinderat wird vertreten sein. Lötzbeuren hat derzeit rund 500 Einwohner.Geld bleibt auf jeden Fall in der Gemeinde

Bereits im Vorfeld wurde die Siftungs-Satzung von der Kommunalaufsicht, der Stiftungsaufsicht bei der ADD in Trier und dem Finanzamt geprüft. Knackpunkt derzeit ist die Frage, ob die Gemeinde wirtschaftlich in der Lage ist, eine solche Summe in eine Stiftung zu überführen. Die Gemeinde sieht da allerdings keine Probleme. "Wir haben eine Rücklage von einer guten Million Euro, auch die freie Finanzspitze sieht weiterhin Überschüsse vor", betont Bürgermeister Reitz. "Wir hoffen, dass wir durch die Stiftung die Identität des Dorfes erhalten und in die Zukunft investieren können", verdeutlicht Klaus Reitz die Aufgabe der Stiftung. Eine wichtige Einschränkung sieht die Stiftungssatzung dabei auch vor: Sollte im Rahmen einer möglichen Gebietsreform Lötzbeuren mit anderen Gemeinden zusammengeführt werden, wird das Geld in der Hunsrückgemeinde bleiben. Denn Paragraf 2 der Satzung beschreibt in Punkt 4 klar: "Die Erfüllung des Stiftungszweckes ist auf die jetzige Gemarkung Lötzbeuren beschränkt."