Longkamp, Monzelfeld und Veldenz beteiligen sich am Projekt „Bioenergiedörfer“ und wollen Kosten senken

Umwelt : Drei Dörfer werden smart

Longkamp, Monzelfeld und Veldenz beteiligen sich am Projekt „Bioenergiedörfer“ und wollen Kosten senken. Infoveranstaltungen sind am 4., 18. und 19. Juni.

Longkamp, Monzelfeld und Veldenz zählen zu insgesamt zwölf Dörfern im Landkreis Bernkastel-Wittlich, die sich an der Initiative „Bioenergiedorf“ beteiligen. Dort kommt das Projekt nun in die heiße Phase, denn die Bürger im Ort sind dazu aufgerufen, einen Fragebogen auszufüllen, um ein Kataster über die Energieverwendung im Ort zu erstellen. Darin wird unter anderem abgefragt, mit welchem System die Häuser geheizt werden oder wie die Wärmedämmung beschaffen ist.  Die Beantwortung ist freiwillig.  Leo Wächter, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues sagt: „Es hängt maßgeblich von der Mitwirkung der Bürger in den Ortschaften ab.“ Wächter verweist darauf, dass auch in der Region Maßnahmen gegen den Klimawandel gefunden werden müssen. Auch die Problematik der Flüchtlingswelle sei unter anderem auf den Klimawandel in den entsprechenden Herkunftsländern zurückzuführen. Wächter: „Wir sind damit in der Verbandsgemeinde auf einem guten Weg und leisten unseren Beitrag, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.“

Philip Schönberger von der Energieberatungsagentur Energyeffizienz in Lampertheim, der die Energiekonzepte in Longkamp und in Monzelfeld betreut, erläutert: „Die Fragebögen gehen an alle privaten Gebäudeeigentümer. Als Anreiz gibt es einen individuellen Energie-Gebäudesteckbrief, den wir jeweils erstellen. Auftaktveranstaltungen sind am 4. und 18. Juni für die Bürger in beiden Orten.“ Beide Auftaktveranstaltungen, die jeweils in Monzelfeld und in Longkamp stattfinden, stehen sowohl Longkampern als auch Monzelfeldern offen.

Auch in Veldenz werden derzeit die Fragebögen verteilt. Dort soll ein Sanierungskonzept geprüft werden, wozu eine Bestandsaufnahme der Gebäude nötig ist.  Hier ist die Auftakveranstaltung am 19. Juni.  Die Daten, die erfasst werden, sollen dazu dienen, zum Beispiel Nahwärmenetze einzurichten oder Blockheizkraftwerke anstelle von individuellen Heizsystemen aufzubauen.

Dazu zählen natürlich auch öffentliche Gebäude, wie Leo Wächter versichert: „Man muss die gemeindlichen Gebäude intensiv untersuchen. Das hat ja auch eine Vorbildfunktion. Die Bürger denken: Was kann ich konkret tun und was kostet mich das, wie geht es nach dem Projekt weiter? Das sind die Knackpunkte.“

Norbert Sproß, Ortsbürgermeister von Veldenz, berichtet von ersten Erfahrungen: „Wir hatten in der Vergangenheit bereits mehrere energetische Maßnahmen, so haben wir die Gemeindehäuser mit Photovoltaik-Anlagen versehen. Im Neubaugebiet mit 30 Parzellen haben wir ein Nahwärmenetz, das ausgeweitet werden soll.“ Außerdem sei Veldenz beim Windkraftpark in Gornhausen beteiligt. Lothar Josten, Ortsbürgermeister von Monzelfeld ergänzt: „Wir wollen Erkenntnisse zu Maßnahmen der Energiewende für das Dorf erhalten. Das ist für uns ein ganz großes Thema und auch ein Service für die Bürger.“

Franz-Josef Klingels, Ortschef von Longkamp erinnert daran, wie wichtig es ist, die Bürger frühzeitig mit einzubeziehen: „Wenn die Bürger alle mitspielen, dann ist das realistisch.“