Longkamper Modell findet Zuspruch

Auf immer mehr Friedhöfen befinden sich neben den üblichen Reihengräbern auch Rasengräber. Die Gestaltung der Rasengräber stößt aber nicht immer auf Zustimmung der Bürger, wie das Beispiel Monzelfeld zeigt (der TV berichtete). In Longkamp hat man hingegen eine Lösung gefunden, die allgemein akzeptiert wird.

Longkamp. Die Hunsrückgemeinde Longkamp hat in diesem Jahr den Friedhof neben der Pfarrkirche St. Andreas teilweise neu gestaltet. Anstelle der niedrigen Lampen wurden vier hohe Leuchten installiert, außerdem wurden die Fußwege erneuert. Gleichzeitig legte die Gemeinde ein Rasengrabfeld an und fand dabei eine Lösung, die eine leichte Pflege erlaubt und es den Angehörigen dennoch ermöglicht, dort Grableuchten oder Gestecke abzustellen.

In Monzelfeld werden die Grabplatten, auf denen die Namen der Verstorbenen eingraviert sind, in den Rasen gelegt. Diese Gestaltung missfiel allerdings vielen Bürgern (der TV berichtete).

Grabplatten sind mit Randsteinen eingefasst



Longkamp hat eine andere Lösung gefunden. Die Leichen der Verstorbenen beziehungsweise die Urnen werden in der Erde bestattet. Die Grabhügel bleiben etwa ein Jahr liegen, danach eingeebnet und die Fläche mit Rasen eingesät. Oberhalb der Grabmulde wird dann auf gewachsenem Boden die Grabplatte eingelassen und mit einem Randstein eingefasst. Die Räume zwischen den einzelnen Grabplatten sind mit grobem Basaltschotter verfüllt. Dort können die Angehörigen Grableuchten, Blumenvasen oder Gestecke hinstellen. Bürgermeister Franz-Josef Klingels: "Bei der Neuanlegung des Rasengrabfeldes ist zwar ein etwas höherer Aufwand erforderlich, aber für die spätere Pflege, die die Gemeinde für 20 Jahre übernimmt, ist dies von großem Vorteil."

Gemeinde übernimmt für 20 Jahre die Pflege



Ausgedacht hat sich diese Variante Günter Martini. Der 77-Jährige ist im Bauausschuss der Gemeinde und war früher Schachtmeister im Tiefbau.

Inzwischen gibt es auf dem Longkamper Friedhof neun Rasengräber. Ein Rasengrab kostet 2650 Euro. In den Kosten inbegriffen sind die Grabplatte und eine Pflege seitens der Gemeinde über einen Zeitraum von 20 Jahren. Die 50 mal 60 Zentimeter großen Grabplatten sehen alle gleich aus, allerdings können die Angehörigen zwischen 20 verschiedenen Symbolen wie Kreuz, Lebensbaum, Kreuz mit Rose oder Betenden Händen wählen.