Lotsen ohne Schiff und Wasser

Die einen suchen ehrenamtliche Helfer, andere eine Aufgabe in einem Verein oder Verband. Spezielle Vermittler bringen sie im Bereich Traben-Trarbach/Zell zusammen. Der TV hat sich in einem der sogenannten Lotsenbüros schlau gemacht.

Traben-Trarbach. "Lotsenbüro Traben-Trarbach." Mehrfach meldet sich Hannelore Reuter-George innerhalb von zwei Stunden so am Telefon. Traben-Trarbach liegt an der Mosel, aber werden hier Lotsen für die Schifffahrt angefordert? Nein. Dahinter verbergen sich drei Anlaufstellen und neun Menschen. "Eine Jobbörse für das Ehrenamt", erläutert Reuter-George.
Die Verbandsgemeinden Traben-Trarbach und Zell haben sie im Rahmen der Zukunftsinitiative "Starke Kommunen - starkes Land" im Februar vorgestellt. Die Lotsen spielen den Part von Vermittlern. Ihre Aufgabe: Leute, die ehrenamtlich tätig werden wollen, mit Vereinen, Verbänden und Organisationen zusammenzubringen, die Hilfe benötigen (der TV berichtete).
Im Grunde genommen brauchen beide Seiten die Lotsen nicht. Unter www.ebzett.de können sie sich selbst registrieren und Angebote wie Gesuche eintragen. Der persönliche Kontakt sei vielen aber doch wichtig, sagt Reuter-George. Die Registrierung kann auch per Hand auf Erhebungsbögen geschehen. Die Lotsen helfen sowohl dabei als auch beim Gang ins Internet. Und das ist durchaus zeitintensiv.
Aktuell stehen 66 offene Stellen auf der entsprechenden Seite: von der Mitarbeit im Möbeldepot für Flüchtlinge in der VG Traben-Trarbach, im Arbeitskreis 50 Aktiv der VG Zell, im Netzwerk Café Lebensreise oder im Garten der Integration in Traben-Trarbach bis zum Erzählnachmittag in Reil, dem Besuchsdienst in Seniorenheimen oder der Leitung von Sportkursen.
Das Telefon klingelt. Ein Mann aus Enkirch, frischer Rentner und nicht ausgelastet, sucht eine Beschäftigung im Fahrdienst oder in der Betreuung. Er will ins Büro kommen. Hannelore Reuter-George teilt ihm die Öffnungszeiten mit.
Es klopft: Marco Metzen, Feuerwehrsachbearbeiter der VG Traben-Trarbach, möchte wissen, wie für die Arbeit der Wehrmänner geworben werden kann. "Die Zahl der Aktiven geht zurück", erklärt er. Bis zu nächsten Wehrleiterbesprechung wird Reuter-George einen Vorschlag machen, wie das umzusetzen ist.
Die Spalte, mit denen, die eine Tätigkeit suchen, ist derzeit leer. "Alle die sich gemeldet haben, sind vermittelt worden", sagt Reuter-George. Sie selbst habe in vier Fällen geholfen. Wie es bei den anderen Lotsen aussehe, wisse sie nicht. Die Erfahrungen seien noch nicht ausgetauscht. Es sei aber auch so, dass sich viele Interessenten direkt mit den Vereinen und Organisationen in Verbindung setzen. Neben dem Lotsenbüro im Verwaltungsgebäude II in der Trarbacher Brückenstraße (Sprechzeiten montags und mittwochs von 10 bis 12 Uhr), gibt es das Lotsenbüro Alftal (donnerstags von 10 bis 12 Uhr) und das Lotsenbüro in Zell (dienstags und mittwochs von 16 bis 18 Uhr).
Es gilt die kostenlose Telefonnummer: 0800/0005705, E-Mail info@ebzett.de. Alle Lotsen greifen auf das gleiche Datennetz zurück. Es ist also egal, wo der Interessent sich meldet. Die Lotsen sind alle ehrenamtlich tätig, einige, wie Hannelore Reuter-George, in mehreren Bereichen. Die 62 Jahre alte Diplombibliothekarin argumentiert so: "Ich kann Zeit investieren, bin ein Vereinsmensch und will Leute zusammenbringen."

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