Lott: Festival mit ökologischem Anspruch

Veranstaltung : Lott: Festival mit ökologischem Anspruch im Hunsrück

Am ersten August-Wochenende wird das Gelände bei Raversbeuren oberhalb von Enkirch wieder zum Treffpunkt von zahlreichen Festivalfreunden. Neben der Musik ist den Veranstaltern aber auch ein anderer Aspekt wichtig.

Viele Musikfans warten jeden Sommer sehnsüchtig auf das erste Augustwochenende. Denn dann spielen auf dem Lott-Festival beim Hunsrückdorf Raversbeuren 30 Bands in drei Tagen auf der Hangbühne und der Hauptbühne. Seit 1977 gibt es „Die Lott“, wie das Event von allen Eingeweihten genannt wird, und hat seitdem bei vielen Hunsrückern und Moselanern Kultcharakter erworben.

In diesem Jahr werden vom 2. bis 4. August wieder Tausende Festival­freunde auf den abgeernteten Feldern und Wiesen übernachten und feiern. Überwiegend sind es Newcomerbands, die die Festivalbesucher in Stimmung versetzen.

Vera Simon von der Lott-Gesellschaft mag eigentlich keine Musikgruppe hervorheben, verweist dann aber auf die Gruppe Lamb aus Großbritannien („Hinter der sind wir schon fünf Jahre her, es hatte bisher nie geklappt“) und auf Götz Widman, Singer und Songwriter der ersten Stunde. „Der interessiert bestimmt viele Alt-Lottler“, sagt sie. Bei den vielen interessanten Gruppen lohne es sich, früh auf den Hang gegenüber der Hauptbühne zu kommen, nicht erst gegen Abend, sagt sie.

Zur Musik in jedweder Form kommen weitere Programmpunkte, wie der Poetry Slam im Zirkuszelt, der sich laut Simon gut etabliert hat, und die Waldbühne, auf der neue Bands auftreten sowie Musiker jeder Couleur die Chance haben, einem kleinen Publikum vorzuspielen.

Doch denkt man zu kurz, wenn man die Lott lediglich mit Musik und Feiern in friedlicher Atmosphäre verbindet. Denn das Thema Umweltschutz spielt auf der Lott eine große Rolle, sagt Gabi Kremeskötter von der Lott-Gesellschaft. „Wir waren schon immer ökologisch bewusst“, sagt sie und verweist auf Kippendosen, die schon vor einigen Jahren an die rauchenden Festivalbesucher ausgegeben wurden, damit diese ihre Zigarettenstummel nicht in die Landschaft werfen. Und wer dieses Jahr auf die Homepage der Lott-Gesellschaft schaut, merkt schon auf der Startseite, dass das Thema weiter an Bedeutung gewonnen hat. „Alle Jahre wieder – Festival und Müll untrennbar vereint. Muss das so sein?“, fragt dort die Lott-Gesellschaft.

Zwar sei die Müllmenge auf dem Festival auf zuletzt 2,86 Kilogramm pro Besucher gesunken. Doch damit noch weniger Abfall auf den Festivalwiesen liegen bleibt, muss endlich ein Kulturwandel geschehen, heißt es dort. Und so werden die Besucher des Festivals aufgefordert, sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen, Fahrgemeinschaften zu bilden und die Müllsäcke auf dem Festival zu nutzen.

Sorgsamer Umgang mit dem Müll erspart den Ehrenamtlichen, die in dem Verein Lott-Gesellschaft das Festival organisieren, eine Menge Arbeit, sagt Kremeskötter. „Wir müssen jede Kippe, jedes Fitzelchen Kunststoff aufheben“, sagt sie. Dabei geht es auch um das Gemeinschaftsgefühl und die soziale Verantwortung der Festivalbesucher, sagt Vera Simon von der Lott Gesellschaft. „Es wäre toll, wenn uns jeder auf dem Zeltplatz dabei unterstützt“, sagt sie.

Indem die Besucher Eintritt zahlen, geben diese nicht die soziale Verantwortung für ihr eigenes Verhalten ab, sagt Kremeskötter. „Wer Müll liegen lässt, tritt uns in den Hintern“, sagt sie. Die Lott- Gesellschaft habe in den Vorjahren bereits bei Geschäften protestiert, die Einweg-Grills in Verbindung mit dem Lott-Festival beworben hatten.

Viel Kopfzerbrechen macht den Organisatoren die Sicherheitsauflagen, die jedes Jahr größer werden, sagt Kremeskötter. „Das Konzept hat uns ein halbes Jahr Arbeit gemacht“, sagt sie. Die Behörden machten jedes Jahr neue Auflagen und Arbeit, was auch mit höheren Kosten verbunden sei. Dabei will man für jedermann erschwinglich bleiben, sagt sie. „Wir sind ein nichtkommerzieller Verein, werden aber an kommerziellen Veranstaltungen gemessen. Das kann uns irgendwann das Kreuz brechen.“

Das ausführliche Programm mit Beschreibung der Bands findet sich im Internet unter www.lott-festival.de

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