Luftkrieg über der Mittelmosel

In dieser Woche startet der "Arbeitskreis für Heimatkunde Traben-Trarbach e.V." seine diesjährige winterliche Veranstaltungsreihe mit einem Vortragsabend, der die Zuhörer in ein dunkles Kapitel der jüngeren Heimatgeschichte führt: Hans-Günther Ploes referiert am heutigen Dienstag im Stadthaus "Alter Bahnhof" über das lokale Luftkriegsgeschehen der beiden Weltkriege.

Traben-Trarbach. (red) Wenn Traben-Trarbach und die umliegenden Orten zwischen 1939 und 1945 auch von unmittelbaren Kampfhandlungen am Boden weitgehend verschont geblieben sind, so tobte über den Köpfen der heimischen Bevölkerung dennoch der Krieg mit all seinen Schrecken und Opfern.

Wer von den älteren Bürgern der Doppelstadt erinnert sich nicht etwa an den schweren viermotorigen amerikanischen Bomber, der 1944 im "Dollschied", am Berghang zwischen Grevenburg und Starkenburg, zerschellte? Oder an das deutsche Jagdflugzeug, das, nachdem es das Dach der Villa Breucker am Trabener Moselufer streifte, daraufhin unmittelbar im Stadtgebiet in den Fluten versank?

Diese und andere Fälle wird Hans-Günther Ploes anhand der von ihm gesammelten Informationen eingehend vorstellen.

Seit seiner Jugend beschäftigt sich der gebürtige Traben-Trarbacher, den es aus beruflichen Gründen nach Aachen verschlug, mit der Luftkriegsgeschichte der Region, wobei der 46-Jährige in seiner Freizeit nicht allein in zahlreichen Archiven im In- und Ausland forschte, sondern auch Dutzende von Absturzstellen vor Ort nach etwaigen Relikten des damaligen Geschehens untersuchte.

Zudem knüpfte er zahlreiche Verbindungen zu diversen Veteranenverbänden, wobei auch vielfältige persönliche Kontakte zu ehemaligen deutschen wie alliierten Piloten und Besatzungsmitgliedern entstanden. So manches persönliche Zeugnis und Schicksal fand auf diese Weise Eingang in die umfassende Sammlung des engagierten Luftkriegshistorikers.

Doch im ersten Teil seines Vortrages wird Ploes durchaus ein unbekannteres Kapitel der lokalen Luftkriegsgeschichte vorstellen: Dass das kaiserliche Heer bereits beim letzten Friedensmanöver 1913 in der Region auch Flugzeuge einsetzte, wobei eine Staffel in Longkamp stationiert war, dürften heute wohl nur noch wenige wissen. Dabei kam es damals sogar zu einem schweren Unglück, bei dem mehrere Schaulustige aus den umliegenden Orten ihr Leben verloren. Und auch im Ersten Weltkrieg war die Region Ziel feindlicher Flieger, wobei es bisweilen auch zu kuriosen Zwischenfällen kam: So verlor im Sommer 1918 eine ganze Staffel amerikanischer Doppeldecker über der Mosel die Orientierung und musste aus Treibstoffmangel notlanden. Je eine der Maschinen landete in Pünderich und auf der Starkenburger Höhe.

Der Vortragsabend findet heute, Dienstag, 26. Januar, um 19.30 Uhr im Stadthaus "Alter Bahnhof" im Stadtteil Traben statt. Der Eintritt ist frei.