Luftsportler aus Neumagen-Dhron holt Titel an die Mosel

Luftsportler aus Neumagen-Dhron holt Titel an die Mosel

Er stammt aus Konz, hat in Neumagen-Dhron den Streckenflug gelernt und nun die Junioren-Weltmeisterschaft in Australien gewonnen. Dafür wurde der Segelflieger Robin Diesterweg in einer Feierstunde in Neumagen-Dhron geehrt.

Wer denkt, Segelflieger seien Draufgänger, irrt. Piloten sind heute keine raubeinigen Abenteurer wie ihn einst der deutsche Schauspieler Hans Albers im Fliegerspielfilm "Flugplattform 1 antwortet nicht" verkörperte. Das war in den 1930er Jahren - und diese Form der Fliegerei ist schon lange Geschichte.

Heute wird mit GPS geflogen - und das erfordert vor allem vorausschauende Planung. Robin Diesterweg aus Konz, der im Luftsportverein Neumagen-Dhron trainiert, hat im Dezember in Australien den Weltmeister-Titel an die Mosel geholt. Dafür wurde er nun in Neumagen-Dhron geehrt.

Verbandsgemeindebürgermeister Ulf Hangert betont die Bedeutung des Vereinslebens und des Sports und bemerktfreudig: "Jetzt haben wir einen Weltmeister in unserer Verbandsgemeinde!" Auch Karl-Heinz Frieden, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz, kam an die Mosel, um an der Feierstunde teilzunehmen. Er betonte die Bedeutung des Teamworks in den Vereinen.

Robin Diesterweg ist ein ruhiger, zurückhaltender Typ. Der 19-Jährige absolviert derzeit seinen Wehrdienst als Sportsoldat in Lebach. Zur Fliegerei kam er schon mit 13 Jahren. "Ich wollte unbedingt fliegen und im Segelflugverein kann man schon so jung anfangen", sagt Diesterweg. Dabei sei es wichtig, Teamarbeit zu lernen. "Du musst dich beim Segelflug zu 100 Prozent auf deine Vereinskameraden verlassen". Das Fliegen selbst sei relativ schnell gelernt. "Segelflug geht einem in Fleisch und Blut über. Das ist wie Fahrradfahren. Man wird eins mit dem Flugzeug," erklärt Diesterweg.

Die wahre Herausforderung sei es beim Wettbewerb das Flugzeug so zu steuern, dass man den Wind und die Thermik optimal nutzt, um den vorgeschriebenen Kurs abzufliegen. "Das ist eigentlich wie Schachspiel. Man muss Windrichtung und Wetterverhältnisse immer im Blick haben." Dabei gewinnt nicht zwingend derjenige, der als Erster landet. Der Gewinner steht erst dann fest, wenn der Rekorder des GPS ausgewertet ist. Erst dann zeigt sich ob der Pilot auch den richtigen Kurs geflogen ist.

Auch längere Strecken können im Segelflug überwunden werden. Frank Donnermeyer vom Förderverein ergänzt: "Das kann schon mal sein, dass man mit dem Segelflieger acht Stunden unterwegs ist und zum Beispiel von Neumagen-Dhron bis Frankfurt und zurück fliegt. Das sind dann bis zu 700 Kilometer."

Ob Robin Diesterweg Ambitionen hat, zur Luftwaffe zu gehen? "Nein, das Segelfliegen ist ein Hobby von mir - und ich will es nicht zum Beruf machen", entgegnet er. Nach dem Wehrdienst will er nämlich Maschinenbau studieren.

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