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Lukas Krämer aus Thalfang betreibt den Youtube-Kanal „SakulTalks“

Soziale Medien : Lukas Krämer spricht offen über Behinderung und tausende hören ihm zu

Knapp 4000 Menschen schauen wöchentlich die Videos von Lukas Krämer. Dort redet er über das Leben mit Behinderung. Bald könnte der Thalfanger einen Preis bekommen.

Seit fast genau vier Jahren widmet sich Lukas Krämer einer besonderen Leidenschaft – unter dem Namen „SakulTalks“ drehte er bereits über 300 Youtubevideos. Dabei geht es in seinem Kanal um ein Thema, das auf der Videoplattform nicht allzu häufig zu finden ist: um Behinderung. Und das nicht ohne Erfolg. Nun wurde der Youtuber sogar für einen Preis nominiert.

Mit dem Thema Behinderung kennt sich Krämer aus. In seiner Kindheit hatte er eine Hirnhautentzündung, die seine Nervenbahnen geschädigt hat. Seitdem hat er Probleme mit dem Sprachzentrum.

Auf die Idee gekommen, selber Videos zu produzieren, ist der Thalfanger durch seinen Auftritt in dem Kurzfilm „London liegt am Nordpol“. „Das war Ende 2016. Ich dachte, es wäre eine gute Idee“, blickt Krämer zurück. Seitdem haben bei dem Youtuber bereits 3820 Menschen auf den Aboknopf gedrückt. „Pro Video habe ich in der Regel zwischen 400 und 2000 Aufrufe“, so Krämer.

„Ich will die Menschen über das Thema Behinderung aufklären“, meint der Youtuber. Daher führt er Interviews mit betroffenen Menschen, spricht über Inklusion und über politische Themen bezüglich Behinderungen.

Ein häufiges Thema, das auch bei seiner Zuschauerschaft auf großes Interesse stößt, sind Behindertenwerkstätten. Krämer selbst hat in einer solchen Werkstatt gearbeitet. Doch das habe keinen Spaß gemacht und auch der Lohn sei zu gering gewesen.

Bevor ein Video auf SakulTalks erscheint, gibt es viel zu tun. „Erstmal muss man sich natürlich über das Thema informieren und sich einen Titel und ein Thema ausdenken“, erklärt der Youtuber. Die Recherche könne schon mal zwischen einer und sechs Stunden in Anspruch nehmen.

Wenn das erledigt ist, geht es vor die Kamera in seinem eigenen Studio. „Die Videoaufnahme dauert dann etwa ein halbe Stunde“, schätzt Krämer. Auch die Videos bearbeitet er auf seinem Laptop selber. Nach weiteren zwei Stunden ist die Arbeit getan und das Video bereit hochgeladen zu werden. „Normalerweise mache ich das alles an einem bis zwei Tage.“ Pro Woche kommen auf dem Kanal in der Regel zwei Videos, meist mittwochs und sonntags.

„Wenn ich mal keine Ideen habe, google ich einfach und schaue was gerade aktuell ist. Wenn da was passt, mach ich ein Video daraus“, erklärt Krämer. Er wisse genau, was seine Zielgruppe interessiere und möge.

Nun könnte seine Arbeit mit dem „Youlius Award“ belohnt werden. Das ist ein Webvideo-Preis, der kleinere Youtuber mit maximal 10 000 Abonnenten unterstützen und fördern möchte. „Ich habe den Preis schon 2017 ein bisschen verfolgt. Damals konnten sich nur Youtuber mit bis zu 1000 Abos bewerben. Jetzt haben sie das hochgestuft und da dachte ich, ich könnte mich ja mal bewerben“, erzählt Krämer. In zwei Kategorien wurde er mit seinem Kanal Sakultalks nominiert: für „Politik, Umwelt und Soziales“ und für den Sonderpreis „Youlius For Future“. Eine besondere Ehre: Um für den Sonderpreis nominiert zu werden, können sich die Youtuber nicht selbst bewerben, sondern müssen von der Community vorgeschlagen werden. Neben vier anderen Kanälen ist Krämer in den jeweiligen Kategorien nominiert.

Er rechnet sich ganz gute Chancen aus: „Die Konkurrenz hat zwar ungefähr die Qualität auf demselben Level wie ich, aber sie sind sehr inaktiv.“

Wer nun letztendlich gewinnt, bestimmt eine Expertenjury. Am 30. Januar werden dann bei einer digitalen Gala die Gewinner bekannt gegeben. Bis dahin heißt es: Daumen drücken und fleißig weiter Videos hochladen.