Lust auf Äpfel? Ran an die Früchte!

Lust auf Äpfel? Ran an die Früchte!

Der Apfel ist eine Art Grundnahrungsmittel, auf jeden Fall ein beliebtes Obst. Er wird frisch verzehrt und zu Viez, Saft, Schnaps oder Marmelade verarbeitet oder getrocknet. Eine Übersicht über seine Verwendung im Landkreis.

Bernkastel-Wittlich. Ein herrlich saftiger Apfel, mal etwas säuerlich, mal süß gefällig? Das ist im Landkreis kein Problem, auch ohne eigenen Garten. Bei öffentlichen Obstbaumversteigerungen kann man für kleines Geld leckeres Obst bekommen. Zum Beispiel in Klausen. Da geht es bei der aktuellen Versteigerung im Bürgermeisterbüro ruhig zu. Sieben Männer und eine Frau, einige Rentner, aber auch junge Familienväter haben sich die Nummern der Bäume aufgeschrieben, die sie gerne für fünf bis zehn Euro ersteigern wollen. Meist kriegen sie auch ihren Wunschbaum, ganz selten wollen zwei Personen die Ernte eines Baums und wenn, einigt man sich. Rund 120 Apfelbäume hat Klausen.
Im Landkreis Bernkastel-Wittlich haben fast alle Gemeinden Streuobstwiesen. In einigen Orten sind sie als Ausgleichmaßnahmen für Bauprojekte oder bei Flurbereinigungsmaßnahmen angelegt worden. Das größte zusammenhängende Streuobstwiesengebiet im Landkreis und an der Mittelmosel ist das Naturschutzgebiet "Streuobstwiesen bei Wehlen" mit seinem 128 Hektar großen Baumgürtel. Allein auf 85 Hekar stehen Obstbäume: Apfel, Birne, Kirschen, Zwetschgen und Nuss. Am häufigsten werden auf Streuobstwiesen Apfelbäume gesetzt. Und das aus gutem Grund, denn man kann viel aus ihnen machen. Wir haben mit Experten gesprochen, wie die Ernteaussichten für ihre Produkte dieses Jahr sind.
Die Ernteaussichten kennt Jürgen Schmitt von der Obstbauberatung beim DLR Trier. Er sagt: "Momentan ist der Behang sehr gut. Wer in diesem Jahr gewässert hat, ist auf der sicheren Seite. Die Bäume, die der trockenen Witterung ausgesetzt waren, haben weniger Äpfel. Die Farbe und das Aroma sind ausgeprägt. In diesem Jahr ist die Ernte rund zehn bis 14 Tage später als im vergangenen Jahr."
Viez macht Thomas Benzmüller aus Mülheim: Er ist froh, wenn er Äpfel angeliefert bekommt, um Viez zu machen. Denn viele haben nicht mehr die Zeit oder können aus gesundheitlichen Gründen die Äpfel nicht mehr aufheben und bringen. Der Behang ist aber dieses Jahr gut. "Meist sind die Sorten für den Viez gemischt. "Der traditionellste Viezapfel ist der kleine Trierer Weinapfel, der ist gelb und tennisballgroß und gibt einen herben, säuerlichen Geschmack. Wobei der Trend momentan zu milderem, süßen Viez geht", so Benzmüller.
Apfelsaft presst Familie Gabler aus Esch: Zu ihnen kann man Äpfel bringen und sich dann in Viez, Apfelsaft oder Geld bezahlen lassen. Für einen Zentner Äpfel gibt es etwa einen Fünfliterpack naturtrüben Apfelsaft. Tafelobst eignet sich insgesamt gut für Saft. Erbachhofer Most-Äpfel bringen Aroma hinein, dagegen ist der Boskop zu mehlig. Die Aussichten schätzt Anita Gabler gut ein: "Es wird eine gute Ernte, der Zuckergehalt ist schon sehr hoch, obwohl noch nicht alle Sorten reif sind."
Tafelobst verkauft Familie Grieshop aus Erden: Bei den Tafeläpfeln sind es fünf, sechs Sorten, wie Elster, Gala, Jonagold, Rubinette und später Braeburn, die gängig sind. Die Nachfrage nach exotischen Sorten ist zurückgegangen. Der Trend geht zu Äpfeln aus der Region. Dieses Jahr gibt es eine normale Ernte, da es weder Frost noch Hagel gab.
Apfelschnaps brennt Joachim Burg aus Reil. Er erklärt: "Die Qualität ist durch neue Technik besser geworden. Neben Obstler werden auch immer mehr sortenreine Apfelschnäpse, beispielsweise aus Boskop-Äpfeln, hergestellt. Sie müssen eine gewisse Säure haben, damit der Schnaps auch Aroma bekommt. Wichtig ist, dass das Obst nicht faul ist. Am besten sind gepflückte Äpfel, die so lecker aussehen, dass man reinbeißen würde." Er ist zufrieden, die Bäume hängen voll. Es wird eine starke Ernte.
Na dann, guten Appetit!Extra

Äpfel sind das Lieblingsobst der Deutschen. Jedes Jahr isst jeder von uns neun Kilo Äpfel. Es gibt sehr viele verschiedene Sorten. Aus dem Holzapfel und dem Zwergapfel, das sind Wildapfelsorten, sind die heute gezüchteten Äpfel hervorgegangen. Die beiden ältesten Sorten stehen in Apfelwäldern Westasiens. Sie sind klein, recht hart und schmecken säuerlich herb. Der Apfel spielt auch in vielen Legenden und Märchen eine Rolle. Schneewittchen etwa isst ein vergiftetes Apfelstück. In der Antike gibt es Geschichten vom "goldenen Apfel" der ewige Jugend spendet. Der Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell soll seinem Sohn mit der Armbrust einen Apfel vom Kopf geschossen haben. Und der Heilige Nikolaus bringt nicht nur Nüsse, sondern auch Äpfel. chb