Lustiger französisch-saarländischer Rundumschlag

Lustiger französisch-saarländischer Rundumschlag

Detlev Schönauer und Alice Hoffmann haben in Traben-Trarbach in ihren Rollen als Jacques Bistro und Vanessa Backes brilliert. Mehr als 200 Zuschauer haben den französisch-saarländischen Wortwitz der beiden Kabarettisten genossen.

Traben-Trarbach. Einen komödiantischen Rundschlag auf Pfälzer, Hunsrücker und Bewohner anderer Regionen haben 200 Besucher in der Loretta-Halle in Traben-Trarbach erlebt. Zu Gast gewesen sind die Kabarettisten Detlev Schönauer, der seine Rolle als Wirt der Gaststätte Jacques\' Bistro mit dem Akzent eines Franzosen spielt sowie die Komödiantin und Schauspielerin Alice Hoffmann in ihrer Figur als naive Vanessa Backes.
Eine Verabredung der beiden Partnersuchenden ist der Leitfaden durch das Programm, bei dem vor allem Wirt Jacques über alle möglichen Volksstämme herzieht. Gleich zu Anfang macht er unter den Besuchern in der Lorettahalle bei "die Trabe, die Trabe, die Bacher" ("Ist ein schwer Wort für ein Franzos") eine Pfälzerin aus dem Donnersbergkreis aus, die Schönauer als Running Gag während des ganzen Abends immer wieder auf die Schippe nimmt. Aber auch Hunsrücker ("Die reden heute noch so wie in der Steinzeit") Bayern, Schwaben und Sachsen ("Denen regnet es beim Reden immer in den Mund rein") bekommen ihr Fett weg. Wunderschön sind die Wortspiele der beiden Komödianten. Vor allem Backes, die im Landtag arbeitet, als Putzfrau, sucht immer wieder nach dem richtigen Ausdruck, wenn sie beispielsweise Inkontinenz mit Inkompetenz oder Inkonsequenz verwechselt. Im Bistro erzählt Backes ihrem Wirt Jacques, der schamhaft sein Erkennungszeichen, eine rote Rose, verbirgt, von ihrer Scheidung ("Hat mir weh getan, wegen der Möbel"), und schafft es nach einigen Schlucken Klosterfrau Melissengeist, dass er sie am Klavier zum Ententanz und zu ihrem Gedicht begleitet, das sie in der "Autowerkstatt" geschrieben hat. "Das ist ja extraordinaire", jubelt Jacques über Vanessas Gedicht. "Och, ordinär finde ich es nicht."
Wunderschön, als Jacques über die Probleme der Menschen beim Toilettengang philosophiert. "Wenn Du in einer Fußgängerzone petze musst und dann eine Toilette findest, dann fühlst Du dich wie im Paradies." Aber auch die Nummern über Karaoke (Backes: "Da spielen die die Musik ohne das Lied") und den Besuchermangel in der Kirche, dem Jacques Bistro musikalisch mit "Ich bin so lieb, ich bin so nett, ich bin Jesus von Nazareth" auf die Melodie von Anton aus Tirol begegnen will, begeistern die Zuschauer.
"Die sind richtig gut, die bringen die Besucher ordentlich zum Lachen", findet Dieter Roth aus Wolf. "Dieser französisch-saarländische Wortwitz ist ein Kunstwerk", sagt Helga Kreutzfeldt aus Konz. Die ursprüngliche "Pfälzerin" und Zielscheibe von Jacques` Spott, Ellen Hellmann, die seit einigen Jahren in Traben-Trarbach lebt, lobt die Spontanität der beiden Komödianten, die bei Problemen mit einem defekten Mikro einfach improvisieren. Hellmann: "Wunderschön, wie die beiden das Publikum mit einbeziehen. Man ist selbst bei der Aufführung mit involviert." cst

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