Maare in der Vulkaneifel haben zurzeit Hochbetrieb

Freizeit : Erfrischung in den Augen der Eifel

Die Maare in der Vulkaneifel haben zurzeit Hochbetrieb. Tausende von Menschen suchen Abkühlung im frischen Nass.

Sommer, Sonne, Ferienzeit. Und dazu etliche Hitzerekorde. Vielerorts klettert das Thermometer über 40 Grad. Was liegt da näher sich auf und ins Wasser zu stürzen, um den Temperaturen zu entkommen oder sie zumindest vorübergehend auszuschalten. Viele Freibäder in den Städten sind überfüllt. Die Vulkaneifel kann da schon mit einer besonderen Attraktion dienen: den Maaren. Während am Holzmaar bei Gillenfeld und dem Weinfelder Maar bei Schalkenmehren Schwimmen und Bootfahren verboten ist, sieht es bei den anderen sogenannten Augen der Eifel ganz anders aus. „Das Gemündener Maar ist einfach mein Maar“, sagt Ursel Kaiser aus Daun. Sie ist schon vor der Mittagszeit dort und kommt seit 30 Jahren hierher. Ihr Mann sei zur Reha in Daun, da sei es für sie das Naheliegendste gewesen bei diesen Temperaturen, mal kurz ans Maar zu gehen, sagt Daniela Schuster aus Bad Neuenahr. Noch ist Platz auf der Liegewiese, die sich allmählich füllt, die nahegelegenen Parkplätze sind schon längst besetzt. Bleibt nur noch, die Autos am oberen Kraterrand abzustellen und bis ans Wasser zu laufen, auch wenn das Gepäck und die Hitze so manchen stöhnen lassen. „In dieser heißen Periode haben wir täglich rund 2000 bis 2500 Badegäste hier“, sagt der Badebetriebsmeister vom Gemündener Maar, Wolfgang Maas. Trotz der hohen Besucherzahl sind keine besonderen Vorkommnisse zu melden, sagt er.

Wenige Kilometer weiter liegt das Schalkenmehrener Maar. Die meisten Menschen haben sich unter schattigen Bäumen niedergelassen. Andere, deren Handtücher verlassen in der prallen Sonne liegen, plantschen oder schwimmen im Wasser. Leider komme es auch sehr häufig vor, dass Menschen unerlaubt im Naturschutzbereich, also außerhalb der Badeanstalt, sogar mit Hunden schwimmen, sagt Ortsbürgermeister Peter Hartogh. Dem soll aber mit verschiedenen Maßnahmen im nächsten Jahr ein Riegel vorgeschoben werden. „Manchmal ist es so voll, da wird vor allem auf der Hauptdurchgangsstraße im Ort wild durcheinander geparkt“, sagt Hartogh. Aber das erfrischende Wasser lockt auch hier rund 1500 Menschen täglich bei Hitze. „Es gab auch schon Tage, da mussten wir wegen Überfüllung schließen“, erklärt der Ortsbürgermeister.

Nicht anders am Pulvermaar in Gillenfeld. Die Parkplätze entlang des Maarufers sind kurz nach Mittag alle belegt. Auch die vielen Besucher, die weiter weg parken und noch einen Fußmarsch zurücklegen müssen, suchen nur eins: die Abkühlung. „Für mich kommt im Sommer nur das Maar infrage“, sagt Diana Schuller aus Gillenfeld, „auch für die Kinder ist es hier schön, schon alleine wegen des sauberen Wassers ohne Chlor“. Die Wasserqualität lobt auch Manuel Schuchardt aus Berlin, der mit seiner Familie in Lutzerath Urlaub macht. „Wir sind das zweite Mal hier und es gefällt uns sehr gut“. Ebenso um die 2000 bis 2500 Besucher seien täglich bei dem Wetter am Maar, bestätigt Walter Borsch, der Betreiber des Pulvermaar-Kiosks, „es sind auch viele Gäste von weiter weg hier“, habe er bemerkt. Aus Sicherheitsgründen wird dann auch schon mal am frühen Nachmittag das Bad geschlossen. Das macht natürlich auch den Rettungsschwimmern des DLRG zu schaffen. „Wir fangen morgens mit zwei Mann an und bei dem Besucherandrang müssen wir Verstärkung anfordern, so dass wir oft mit sechs bis sieben Rettungsschwimmern hier stehen“, sagt René Weland. Außer kleineren Erste-Hilfe-Fällen, hat auch er keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen.

Schon um die Mittagszeit tummeln sich die Menschen im Wasser am Schalkenmehrener Maar (links). Am Gemündener Maarfüllt sich schon am Vormittag die Liegewiese. In Spitzenzeiten kommen bis zu 2500 Besucher. Foto: Lydia Vasiliou
Vormittag am Gemündener Maar, langsam füllt sich die Liegewiese, bis zu 2.500 Besucher werden bei der Bullenhitze erwartet. Foto: Lydia Vasiliou

Klein aber fein breitet sich dagegen das Meerfelder Maar in einem Talkessel aus. Hier ist alles ein bisschen anders. Eine Badeanstalt so wie an den anderen Maaren gibt es nicht, nur einen Steg, der ins Wasser führt, dafür aber eine schattige Liegewiese. „Bei diesen Temperaturen haben wir hier 200 bis 300 Besucher, wenn es nicht so heiß ist, dann sind es zwischen 20 und 30, sagt Renate Ney. Sie muss es wissen, denn sie kassiert seit 14 Jahren den Eintritt und kümmert sich auch um die Reinigung der Toiletten. Für manche ist das kleine Maar mit dem Seerosenteppich, der sich außerhalb des Badebereiches ausbreitet, auch schon mal eine Alternative, „wenn die anderen Bäder wegen Überfüllung zumachen“, sagt Brigitte Schüller aus Bergheim. Auf jeden Fall bevorzugten sie Naturschwimmbäder, betonen Claudia Beyer aus Dormagen und Thomas Walta aus Eschweiler. Sie haben sich in Zeltingen-Rachtig einquartiert und kommen extra wegen des Maares nach Meerfeld. Eines loben die Gäste durchweg an den Maaren: das reine, klare Wasser. Eine weitere Gemeinsamkeit sind die Liegewiesen, die man zurzeit weniger als Wiese bezeichnen kann, denn das Gras ist verdorrt, was aber niemanden darin hindert, das kühlende Wasser zu genießen.

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