Machtspiele

Beigeordnetenwahlen sind stets Machtspiele. Die Posten werden in der Regel innerhalb der Fraktionen ausgeklüngelt. Motto: Gebt ihr uns eure Stimmen, dann bekommt ihr unsere. Diesmal waren sich CDU und FDP einig.

Zusammen verfügen sie über die Mehrheit im Rat, also können sie auch die Posten unter sich ausmachen. Ob das politisch anständig ist, wie SPD-Sprecher Harald Weber anmahnt, steht auf einem anderen Blatt. Aber: Auch die SPD ist in früheren Jahren so verfahren, und die CDU musste dies zähneknirschend hinnehmen. Bei der Beigeordnetenwahl im August hatte die CDU der SPD noch einen Beigeordnetenposten zugestanden - wohl wissend, dass die Karten bei der Wiederholungswahl im November neu gemischt werden. Das war taktisch geschickt. Außerdem ist der Frust bei der CDU über die bittere Niederlage bei der Bürgermeisterwahl noch immer groß. Das kleine Erfolgserlebnis, nunmehr zwei Beigeordnete stellen zu können, wollte sie sich nicht nehmen lassen. Andererseits verfügt die SPD nur noch über fünf Sitze im Rat. So wenige wie noch nie. Die CDU hat mehr als doppelt so viele. Die SPD hat in den vergangenen 15 Jahren stetig an Bedeutung verloren. Das muss sie zur Kenntnis nehmen. w.simon@volksfreund.de