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Männerquartett steht an der Spitze im Kreis

Männerquartett steht an der Spitze im Kreis

Die CDU, FDP und FWG im Kreis haben gepunktet: Aus ihren Reihen kommen die drei Beigeordneten, die der Kreistag Bernkastel-Wittlich gestern gewählt hat. Bitter für die SPD: Die zweitstärkste Fraktion hatte Tamara Müller für den zweiten Beigeordnetenposten vorgeschlagen, die aber gegen Karl-Heinz Erz (FWG) verlor.

Noch vor dem ersten Wahlgang zum ersten Beigeordneten im Kreis Bernkastel-Wittlich meldet sich Bettina Brück zu Wort. Auch wenn Landrat Gregor Eibes die SPD-Frau darauf aufmerksam macht, dass dies nur in Form eines Wahlvorschlags möglich sei. Den macht Brück denn auch. Aber sie hält auch eine Brandrede, denn für die SPD geht es um etwas: einen Vertreter im Kreisvorstand unterzubringen.

"Die Wahl ist rum, es lebe die Macht der Interessen - so darf es nicht sein", sagt Brück. Von der CDU, der mit 19 Sitzen im Kreistag vertretenen stärksten Fraktion, fordert sie "demokratisches Handeln". Sprich: dass die CDU den SPD-Vorschlag für den zweiten Beigeordnetenposten unterstützt und der 24-jährigen Tamara Müller (Studentin aus Morbach) ihre Stimme gibt. Und nicht die unschöne Karte der "Arroganz der Macht" ausspiele, wie Brück sagt.

Ihre mit markigen Worten gespickte Rede verfehlt allerdings ihre Wirkung. In der geheimen Abstimmung entscheiden sich 26 Kreistagsmitglieder für Karl-Heinz Erz von der FWG (fünf Sitze), Tamara Müller bekommt nur 14 der abgegebenen Stimmen. Landrat Gregor ernennt Erz zum zweiten Beigeordneten und vereidigt ihn nach der Wahl. "Es fehlt eine Frau im Kreisvorstand, ich muss es noch mal sagen", kommentiert Jutta Blatzheim-Roegler (Bündnis 90/Die Grünen) hinterher." "Wir haben ja alles versucht", erwidert Günther Rösch (SPD).

Auch der erste Beigeordnete kommt nicht aus den Reihen der Opposition. Die CDU hat den einzigen Vorschlag gemacht: Alexander Licht, Vorsitzender der Kreis-CDU, erster Kreisbeigeordneter von 2009 bis 2014 und Landtagsabgeordneter, bekommt 28 Ja-Stimmen, elf Ratsmitglieder stimmen gegen ihn, eine ungültige Stimme wird abgegeben.

Dritter Beigeordneter ist Robert Wies (FDP). Dieses Amt hatte er bereits in der vergangenen Legislaturperiode inne, 26 Ratsmitglieder sprechen ihm ihr Vertrauen für die nächsten fünf Jahre aus, 14 stimmen gegen ihn.

Alle drei Beigeordneten legen ihre Kreistagsmandate nieder, auch Alexander Licht, der dies 2009 nicht tat. "Aber", so erklärt er, er wolle einem "Nachrücker (siehe Extra) aus der ab heute ehemaligen Verbandsgemeinde Manderscheid" die Chance geben, im Rat vertreten zu sein. Darauf habe man sich geeinigt.
Extra: Nachrücker

CDU: Für den ersten Beigeordneten Alexander Licht übernimmt Rainer Ernst aus Schladt das Mandat der CDU im Kreistag.
FWG: Norbert Kraff aus Hetzerath ist im Kreistag. Er rückt für Karl-Heinz Erz nach, der bis 2019 zweiter Beigeordneter ist.
FDP: Robert Wies ist vom Kreistag zum dritten Beigeordneten gewählt worden. Sein Mandat übernimmt Kurt Müllers aus Morbach. cofi