Majestätisches Marktflair im Glanz der Krone

Majestätisches Marktflair im Glanz der Krone

Die Welt der Märchen, Königinnen und Prinzessinnen beherrschte die Szenerie des Morbacher Herbstmarktes. Fast 100 Händler boten ihre Waren an oder zeigten sogar, wie sie hergestellt werden. Die Fachgeschäfte hatten die Pforten geöffnet.

Morbach. Golden glänzt das riesige Diadem mit rund 2000 Dahlien in der Sonne. Die Landfrauen haben das Symbol königlicher Würde auf dem Platz Pont-sur-Yonne für den Morbacher Herbst aufgebaut. Elf Majestäten sind gekommen. Die Königinnen und Prinzessinnen verleihen nicht nur dem Gottesdienst Glanz, sondern auch der anschließenden Eröffnung des Marktes.
Die Sprecherin des Gewerbe- und Verkehrsvereins, Ina Mertini-Dombrowsky, begrüßt da schon 150 Besucher auf dem Platz. Bis zum Abend wird die Zahl von den Veranstaltern auf rund 12 000 Gäste geschätzt. Bürgermeister Andreas Hackethal sagt bewundernd zu der langen Reihe der Majestäten: "Schauen sie sich das an, da geht einem doch das Herz auf." Besonders gelobt wurde von ihm die Arbeit der Landfrauen und der Landjugend: "Mit diesem Diadem auf dem Platz wird der Festtag gewürdigt." Die Landfrauen sind diesmal zum letzten Mal aktiv gewesen. "20 unserer Mitglieder haben 15 Stunden allein am Gestell des Diadems gearbeitet, sieben haben vier Stunden lang Blumen gesteckt", erklärt die Ehrenvorsitzende der Landfrauen, Edith Baumgart.
"Nach 16 Jahren müssen wir fürs nächste Jahr eine andere Lösung finden", kündigt der Geschäftsführer des Gewerbe- und Verkehrsvereins, Jürgen Fetzer, an. Alle Geschäfte hatten nicht nur ihre Pforten geöffnet, sondern boten auch Besonderes. In schöner Dekoration wurden historische Autos eingebettet.
Und für was es nicht alles Königinnen gibt! Bei der Mosella Kathrin I. aus Bernkastel-Kues, die mit ihrer Prinzessin Jenny mit Wein für den guten Zweck einer neuen Bibliothek der Cusanus-Hochschule sammelt, ist das ja noch klar.
Aber, dass es eine Tabakprinzessin aus Hatzenbühl und eine Pfefferminzprinzessin aus Freisbach gibt, die beide Eva I. heißen, dürfte wohl vielen Besuchern neu gewesen sein. "Ich repräsentiere den Tabak als Pflanze, die einmal zur Heilung von Gicht und Rheuma eingesetzt wurde", lässt Eva staunen. Sie ist übrigens Nichtraucherin. Gesund sei auch der Pfefferminz, ergänzt die andere Eva.
Was macht diesen Markt so besonders? "Ich schätze, dass hier keine Stände mit Billigklamotten aus Fernost zu finden sind", nennt Ulrich Luce aus Bischofsdhron einen Grund.
Vielmehr wird hier auf altes Handwerk Wert gelegt, beispielsweise das Drechseln von Nikolaus Kisser aus Hoppstädten-Weiersbach.
"Das wird jetzt ein Rollbäumchen", erklärt er die Verwandlung eines Kantholzes. Als Hobbydrechsler verschenke er so was schon mal an Kinder.
Vielleicht noch älter ist das Korbflechten. "Das wäre doch schade, wenn diese Kunst verloren geht", davon ist Udo Adam aus Osann-Monzel überzeugt.

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